Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Kalenderreform. 35 Zur Geschichte des neuen Vorschlages entnehme ich dem genannten Artikel, daß er zum ersten Mal bereits im Jahre 1897 von einem Franzosen, sodann unabhängig davon von einem Amerikaner, einem Schweizer, einem Schotten und vielen Deutschen gemacht worden ist. Auf Veranlassung des Internationalen Handelskammer-Kongresses zu London im Jahre 1910 hatte die Schweizer Landesregierung sich bereit erklärt, bei den einzelnen Staaten zwecks Einberufung feiner' Konferenz Umfrage zu halten, fand aber namentlich bei der russischen Regierung wenig Entgegenkommen. Inzwischen ist infolge der politischen Wirren die Kalenderreform zwar etwas in den Hintergrund gedrängt worden, sie wird aber zweifellos nach Friedensschluß wieder aufleben und aus den in der Einleitung hervorgehobenen Gründen wohl auch zur Einführung gelangen. Nehmen wir nun an, daß vom Jahre 1922!ab, weil in diesem Jahre der 1. Januar ein Sonntag ist, der neue Kalender Geltung hat, dann wird der frühere 31. Dezember — als Ergäazungstag wird er wohl Sylvester heißen —, wieder ein Sonntag. Der 1. Januar 1923 müßte dementsprechend ein Montag sein, wird aber gemäß den oben erwähnten Regeln wieder Sonntag sein. Infolgedessen wird der Samstag im Jahre 1923 eigentlich ein Freitag sein, im Jahre 1924 ein Donnerstag, bzw. wegen des eingeschalteten 31. Juni vom 1. Juli ab ein Mittwoch, im Jahre 1925 ein Dienstag, im Jahre 1926 ein Montag, im Jahre 1927 ein Sonntag, und erst im Jahre 1928 wird der ״neue“ Samstag sich wieder mit dem alten decken, ebenso im Jahre 1934, 1940 usw- In allen übrigen Jahren wird unser Sabbath abwechselnd auf einen der sechs Wochentage fallen. Die Folgen einer solchen Tagesverschiebung für die Sabbathheiligung sind unübersehbar, und die Schwierigkeiten, einen Beruf zu wählen, bei dem man mit חלול שבח nicht in Kollision kommt, werden sich ungeheuer groß erweisen. .Weit weniger würde es uns berühren, wenn der andere Vorschlag zum Gesetz wird, daß nämlich das christliche 3*