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Jeschurun · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 33 (sequence 35)
Language
German
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Kulenderreform. 33 Sommerzeit mit sich, weil sie sieh vielfach zu der Differenz der Ortszeit gegen die Weltzeit summierte. In Friedenszeiten hätte man den vielen zum Teil sehr berechtigten Einwänden gegen die Neuerung sein Ohr wohl nicht verschlossen; im Kriege genügte ein Beschluß der Behörden zu ihrer Einführung :— und man hatte sich in diesem dritten Sommer bereits daran gewöhnt. Es läßt sich aber nicht leugnen, daß für uns Orthodoxe die Sommerzeit mehr Nachteile in sich birgt, als Vorteile: ich will hier nur an den späten Ausgang des Sabbaths und der Fasttage im Hochsommer erinnern. Hatten so die bisher besprochenen Änderungen im ״Tageskalender“ keine bemerkenswerten Nachteile für uns Juden im Gefolge, so muß jetzt eine für die nahe Zukunft zu erwartende Malifikation des Jahreskalenders auseinandergesetzt werden, die von sehr folgenschwerer Bedeutung werden kann. Seit vielen Jahren nämlich werden Schritte unternommen zu einer gründlichen und praktischen Abänderung des bürgerlichen Kalenders. Ohne Zweifel hat der heute in allen Kulturstaaten der Erde maßgebende julianischgregorianische Kalender manche Nachteile. Man hat als großen Mangel desselben wahrgenommen, daß 1.) die einzelnen Monate verschieden lang sind und 2.) von Jahr zu Jahr die Monatsdaten auf verschiedene Wochentage fallen. Drittem hat man es unangenehm empfunden, daß das christliche Ostern und das von ihm zeitlich abhängige Pfingsten als sogenannte bewegliche Feste nicht immer auf denselben Monatstag fallen, wie es mit den anderen christlichen Feiertagen der Fall ist. Diesen letzteren Übelstand aufzuheben liegt einzig und allein in der Macht der höchsten christlichen Geistlichkeit, und diese wird sich wohl schwerlich mit einer Änderung der bisherigen auf dem Konzil zu Nicäa festgelegten Osterrechnung einverstanden erklären. Eine Beseitigung aber der beiden :erstgenannten Unregelmäßigkeiten fällt wenigstens nicht direkt in das konfessionelle Gebiet und wäre Sache der Staatsbehörden. Die Literatur über die Reform des heutigen Kalenders ist seit Beginn dieses Jahrhunderte ungeheuer angewachsen. 3

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