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Jeschurun · 1918-08-01 · Heft 8-9 (August 1918) · p. Seite 467

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 8-9 (August 1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 467 (sequence 31)
Language
German
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Zionismus, Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum. 467 denjenigen hatte sein können, die nichts von ihm wissen ״daß die Erkenntnis meiner Urahnen die gewaltigste, die es jemals auf Erden gab, so lange in mir geruht, die Stimme meines Volkes so lange in mir geschwiegen hatte“. Und mit verhaltenem Atem lauschen wir dann dem Gericht, daß er über ״die Heidenrebellen“, ״die Heidenjuden“ ergehen läßt. Was wir, weil wir matt und schwach geworden, nicht auszusprechen wagen, hier vernehmen wir im Sturme die Stimme der Anklage gegen das Geschlecht, das seine Hände ausstreckt gegen das Heilige. Dies Kapitel von Birnbaums Schrift wird bleiben, wenn das meiste, was heute an erweckender Literatur gerühmt wird, längst der Vergessenheit anheimgefallen. Bruchstücke sagen wenig, aber wir möchten doch ein Weniges bringen und wäre es auch nur um dem Leser ans Herz zu legen, daß er das Ganze nicht nur lesen sondern auch besitzen muß. Wir wählen die Worte über das Gesetz, weil sie außerhalb des Zusammenhangs verständlich sind, obwohl manches andere noch gedankenreicher und wuchtiger uns bei ihm entgegentritt. Aus dem Mißtrauen, das die Heidenrebellen Glaubenssystemen und -Gemeinschaften entgegenbringen, ergibt sich für sie auch die Pflicht ausgesprbchenster Ablehnung religiöser Bräuche und Symbole. . . Gehören sie zu denjenigen, die noch oder schon wieder religiöse Bedürfnisse haben oder zu haben vorgeben, so sind sie im Tone wesentlich zurückhaltender, in der Verurteilung־ nicht mehr so ausschreitend. Dann erzählen uns manche von ihnen, daß es in jeder Religion eigentlich zwei Religionen gebe: Eine formale, sichtbare, irdische und eine inhaitliehe, unsichtbare, sozusagen unterirdische und verhehlen uns kaum ihre Abneigung gegen die erste, die sie deutlich als Schutt empfinden. Andere wieder, weniger subtil, entscheiden kurzerhand, daß Formen fallen und neuen Platz machen müssen, wenn mit Rücksicht auf geänderte Lebens Verhältnisse angeblich der Inhalt, in Wahrheit ihre Bequemlichkeit es verlangt. Hoch andere, die naivsten sozusagen, verlangen die Freiheit des einzelnen, sich unter den verschiedenen Formensystemen und Formen die ihn ansprechenden zu wählen. Und alle verkünden sie, daß Frömmigkeit im Herzen des Menschen, bzw in seinen Taten, nicht aber in Zeremonien wohne, die man leicht gedankenlos oder gar in der argen Absicht übt, sich damit einen Freipaß zu Sünde und Frevel aller Art .zu erwerben Und berufen sich schließlich auf die größten religiösen

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