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Jeschurun · 1918-08-01 · Heft 8-9 (August 1918) · p. Seite 463

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 8-9 (August 1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 463 (sequence 27)
Language
German
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Zionismus, Nationaljndentnm nnd gesetzestreues Judentum. 463 des Gesetzes, das uns erwärmt. Nie hätte ein Buber einen so großen Kreis in seinen Bann schlagen können, wenn er nicht an eine Wunde der Zeit gerührt. Von dem jüdischen Gesetze freilich spricht er wie der Blinde von der Farbe, und in das innere Leben eines echten Gesetzestreuen hat er nie einen Blick getan. Was weiß er von der Wonne des ״Lernens“, von den mannigfachen vielgestaltigen Freuden, welche ״die Zwingherrschaft“ des himmlischen Reiches, dem wir in der Übung unserer Gebote uns unterwerfen, uns tagtäglich bescheert. Und er hat vielleicht auf dem Kongreß mit litauischen Talmudgrößen gesprochen. Daß sie aber der Typ eines Juden darstellen, der höher steht als der von ihm verherrlichte Typus des Chassid, weil er alle Vorzüge, die Buber an diesem rühmt, besitzt, die Unbedingtheit der Hingabe an Gott, den Dienst in der Freude u. s. f. nur ohne die Schattenseiten, die dem Chassid eignen, das hat Buber kaum erfahren. Nicht minder würde ich jedem Gegner freundschaftlichst raten, in der Beurteilung der religiösen Kraft auch des deutschen gesetzestreuen Judentums sich wohl zurückzuhalten. Wer nur immer in der Religion das höchste Anliegen der Menschheit sieht, nicht eine Seelenfunktion, die der Betätigung in Kunst und Wissenschaft gleichgeordnet ist, der wird den religiösen Menschen nach dem Grade ,werten, nach dem er alle materiellen Interessen dem Dienste seines Gottes opfert. Und da wird es wohl kaum eine Frage sein, wo diese Opferfreudigkeit innerhalb des deutschen Judentums am stärksten heimisch ist. Und dennoch! Weil das gesetzestreue Judentum auch in Deutschland den Anspruch macht, die Vertretung der Thoratreuen zu sein, wir uns auf keinen Fall bei diesem Anspruch auf das Wollen zurückziehen können, sondern auch das Sein gefordert wird, ist die Frage berechtigt: Ist die Thoratreue in unserer Mitte heimisch, die Treue nach ihren äußeren Verpflichtungen und ihrem inneren Gehalt? חובות האברים die- Pflichten, deren Übung in die äußere Erscheinung tritt, wohl! Und auch dies zumeist nur in den מצית שבין אדם למקים in dem-

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