Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- – (sequence 123)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bücherb esprechung. massa 3/9 Ein Ansatz von Gauß zur jüdischen Chronologie aus seinem Nachlaß. Von Alfred Loewy in Freiburg i. B. Mit wenigen Worten sei auf den im Jahresbericht der Deutschen Mathem. Vereinigung Bd. NXVI1. Abt. Heft 9/12 unter obiger Überschrift erschienenen Artikel des o. Honorarprofessors an der Freiburger Universität hingewiesen. Die jüdischen Chronologen kennen die berühmte Gaußsche Formel zur Berechnung des Passafestes aus dem Jahre 1802, für welche der Verfasser selbst aber keinen Beweis gibt. Erst i. J. 1818 ist ein solcher von Cisa Gresy und in anderer Form vor 20 Jahren von M. Hamburger geliefert worden. Jetzt hat sich, gelegentlich der von der Göttinger Akademie der Wissensch. bewerkstelligten Ausgabe des gesamten Nachlasses des großen Mathematikers, eine handschriftliche Notiz von Gauß gefunden, die jener Formel ähnlich aber nicht mit ihr identisch ist, da hier nicht der 15. Nissan, sondern der 183 Tage später fallende 1. Tischri zum Ausgangspunkt der Eechnung gewählt wird. Loewy, ein reger Mitarbeiter an dem genannten akademischen Unternehmen, benutzt den sich ihm bietenden Anlaß, um einen neuen Beweis 1n klarer und deutlicher Weise auseinanderzusetzen, so daß er auch für Nichtmathe־ matiker, sofern sie sich nicht durch chronologische Bechnungen abschrecken lassen, verständlich sein dürfte. Loewy fügt noch die Berechnung des Charakters des jüdischen Kalenderjahres (Kebioh) hinzu, das ja eindeutig bestimmt ist, wenn man das julianische Datum des Neujahrstages dieses und des darauf folgenden Jahres kennt. — Bef. möchte bemerken, daß die Gaußsche Formel heutzutage nur noch theoretischen Wert hat, da der Chronologe zur Umrechnung eines jüdischen Datums ia ein julianisches oder gregorianisches gegenwärtig die etwas umständliche Rechnung nicht mehr nötig hat. Er wird vielmehr zu dem Zweck die Tafeln von Korrick, Loeb, Mahler u. a. ver- 'wenden. Namentlich die letzteren sind wegen ihrer äußerst bequemen Benutzung und großen Ausdehnung — 4000 bis 6000 nach Ersch. d. W. — sehr zu empfehlen. Sie sind in den Denkschriften der Wiener Akademie der Wissensch. i. J. 1889 erschienen und in kleinerem Format -abgedruckt in dem ״Handbuch der jüdischen Chronologie“ desselben Verfassers (Leipzig 1916). Dr. B. Cohn, Straßburg.