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Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 213

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 213 (sequence 81)
Language
German
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Wellhausen und der heutige Stand der Bibel Wissenschaft. 213 Um unmittelbar auf die den Namen Wellhausens tragende Lehre zu kommen, ist vorauszusehicken, daß dessen Polemik sieh in vier Argumente zusammenfassen läßt, die, wenn ihre Yoraussetzungen zuträfen, von schwerwiegender Natur wären: 1. Die ünhistorizität der Angaben von P sei evident (Prolegomena S. 359 ff.). 2. Richter- und Königszeit wüßten nichts von einem einflußreichen ,, Klerus w, auf dessen Ausstattung P so genau bedacht sei. Wohl aber träfe dieses Bild nach dem Exil zu (a. a. 0. 149 ff.). 3. Die Zentralisation des Kultus, welche P voraussetzt, sei der älteren Zeit unbekannt, sondern erst eine vom Deutercnomisten erfolgreich angebahnte profetische oder priesterliche Reformbestrebung (18 ff.). 4. Die Feste seien ihres Zusammenhanges mit der Natur, den sie noch in D besäßen, bei P entkleidet und mit historischem Inhalte erfüllt (32 ff.). Ad 1 wäre zu bemerken, daß Wellhauscr selbst diesen Punkt hauptsächlich erst durch die nachfolgenden Positionen bestätigt findet, so daß auch wir ihn bis zu deren Erledigung zurückstellen dürften. Soweit aber Widersprüche in den eigenen Zahlenangaben von P gefunden werden, ist ein solcher noch von Michaelis1) herrührender Hauptein wand, den Wellhausen als für die Erdichtung der Erstgeborenenzählung entscheidend wieder aufgegriffen hat, dadurch entkräftet, daß das Verhältnis zwischen erstgeborenen und anderen Söhnen durchaus der in der Praxis geübten Selektion bei der Pr;׳^terbestailung entspricht2). Ad 2 hieße es von vornherein 1ie Tatsachen verkennen, wenn man die Existenz einer Priesterschaft in Altisrael deshalb bestreitet, weü keine Hierarchie ähnlich der römischen Kurie im Mittelalter bestand. Während aber das Bestreben der katholischen Kirche dahin ging, das geist- ג) Mos. Recht2 (1793) S. 135. *) Ygl. meine ״Bibelwissenschaftliche Irrungen“ (1917 S. 200 ff.). 15

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