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Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 203

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 203 (sequence 71)
Language
German
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Wellhausen und der heutige Stand der Bibelwissenschaft. 203 Kiesen des Nordens, dem es erst unter seinem Nachfolger. Alexander II., gelang, seine Glieder einen kleinen Augenblick zu recken. Es ist unnötig zu sagen, daß die Juden mehr als ein anderer Teil seiner Untertanen seine eiserne Hand zu fühlen hatten. Denn von Anfang an war Nikolaus von Haß und Vorurteilen gegen sie erfüllt. Schon im Jahre 1816, als er noch Großfürst war, bezeichnete er, wie wir gesehen haben, die Juden Weißrußlands mit der abgedroschenen Phrase der russischen Bürokratie als die Blutegel des Landes, und gleich im ersten Jahr seiner Regierung nahm er die Gelegenheit wahr, seinen Glauben an die schändliche Ritualmord-Beschuldigung zu versichern. Kein Wunder also, daß seine Regierung sich mit ganz besonderer Schwärze von dem schwarzen Hintergrund der russischen Zarenherrschaft abhebt und eine der dunkelsten , Seiten in den dunklen Annalen jüdischen Märtyrertums bildet. Die allgemeine Politik gegen die Juden war ihm schon durch die Überlieferungen der Aut.oV'atie eingeimpffc. Sie bestand, wie wir gesehen haben, in der Einschnürung des wirtschaftliehen Spielraumes und der Freizügigkeit der Juden und in der Auflösung seiner religiösen und nationalen Besonderbeiten. Aber es muß anerkannt werden, daß Nikolaus I. in der Ausführung dieser Politik eine Tatkraft und Urwüchsigkeit entwickelte, die ihm in der überaus reichen Gallerie jüdis cher Bedrücker eine besonders hervorragende Stelle anweisen. (Fortsetzung folgt). ₪iiilllll!!!l!₪i!iii!l!ll₪ Wellhausen und der heutige Stand der Bibelwissenschaft. Von Jakob Neubauer, Leipzig. Kaum ein Name ist mit der Bibelkritik unserer Tage so innig verknüpft wie der JuliusWellhausens. Hat doch nicht bloß ein Laie, sondern ein Fachgelehrter von Rangx) sich dax) Kittel, Alttestamentliche Wissenschaft 1910, S. 57.

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