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Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 172

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 172 (sequence 40)
Language
German
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\2ך Zionismus Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum. einer in sich geschlossenen Gedankenrichtung gewürdigt wird, kurz der Sohar, Scheloh u. a. für so viele unter uns kein Buch mit sieben Siegeln ist. Diese Erziehung in die Wege zu leiten und zu fördern, ist nicht nur eine Aufgabe unter den Aufgaben der Agudda, sie ist die Aufgabe, sie ist das Ziel, sie ist die Idee der Agudda. Kraft können aber die Arbeiter auf diesem Felde nur schöpfen und fruchtbaren Samen nur ausstreuen, wenn sie sich erfüllen mit dem Einheitsbewußtsein, wenn sie durchglüht sind von dem nationalen Fühlen, daß Israel ebenso ein ungebrochenes Ganze ist wie die Thora. Ebenso wie die Thora, ebenso wie das Judentum! Denn wenn wir es recht ansehen, so sind ja die drei Grundtypen der thoratreuen Judenheit, die wir nun des öfteren erwähnt, nichts Anderes als die Verkörperung jener von uns oben skizzierten Dreiheit: des Individualismus, Nationalismus und Universalismus. Mit der gebotenen Einschränkung kann man sagen, daß in der letzten Periode der jüdischen Geschichte die Betonung der allgemeinen menschlichen Ideen des Judentums, der Ausgleich mit den Gedanken der modernen Kultur dem deutschen Judentum gefiel, während der Chassidismus vorzüglich den individualistischen Charakterzug im Judentum repräsentiert und der übrige Teil des Ostjudentums in der gedanklichen Durchdringung des Gesetzes sich die Pflege des eigentlich nationalen Erbgutes angedeihen ließ. Es ist immer nur eine Note, die stärker betont wird, denn in allen Gruppen herrscht letzten Endes doch das ungeteilte Judentum, das Individualismus, Nationalismus und Universalismus in einem ist. Wenn auch nicht überall verwirklicht, so doch in der Idee der Besten und Führenden wirksam. Es ist objektiv falsch, das Buber uns einreden will, daß der Chassidismus eine Neuauflage des Urchristentums ist. Es ist sein eigener Geist, der sich im Geiste jener Zeit bespiegelt. Mochte vor der neuerwachten Glut des Empfindens nach einem einfachen psychologischen Gesetz auch der Sinn für Thora-

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