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Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 166

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 166 (sequence 34)
Language
German
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!66 Zionismus, Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum. jüdischen Nationalismus für eine schöpferische Synthese zwischen dem Spezifisch-Jüdischen und Allgemein-Menschlichen zu rede». Der Gegenstand wird ihm recht unbedeutend erscheinen. Ich aber meine, daß dieser Jüngling, der nicht Theologe und nicht Schriftsteller, nicht einmal akademisch gebildet, sondern kurz vorher noch ein schlichter Kaufmannslehrling war, in vorbildlicher Weise uns lehrt, wie man die Treue zu der Überlieferung der Väter, wie sie in dem von den Lehrern unseres Volkes fortgebildeten Gesetz sich kundgibt, mit dem zartesten Empfinde» für die Forderung einer der reinen Ethik entspringende» Elternverehrung verbindet. Dies Material, an dem müssen wir arbeiten, diese Junglinge. deren Wesensgrund die Thoratreue, sie verbürgen uns die nationale Selbsterhaltung. Sie sind auch die rechten Träger der nationalen Selbstbesinnung. Es sind dieselben, die uns angesichts aller Not und alles Elends jauchzend von ihrem jüdischen Volk berichten, das sie im Osten wiedergefunden, die am liebsten alles, was ihnen an Irdischem teuer ist, von sich werfen möchten, um ihre ganze Kraft dem gewaltigen Arbeitsfelde, das sich ihnen hier eröffnet, zu weihen. Was aber der Krieg nur an einem kleinen Teil vollbracht, das müssen wir für unsere gesamte Jugend erstreben, die innige Verbindung zwischen Ost und West. Unsere Jugend muß in Zukunft zu den berühmten Lehrstätten pilgern, nicht nur um zu erkennen, wie man ״lernt", sondern auch zu erfahren, welch ungebrochene Kraft dort das jüdische Leben repräsentiert. um zu sehen, wie man die Feste feiert und die Trauertage begeht, um zu hören, wie man betet, daß die germanische Selbstzucht nur eine leere Ausrede ist für das Erkalten des dem jüdischen Andächtigen ursprünglichen Feuers, wo es die inbrünstige Hingabe an Gott gilt. Und wir müssen von dort Lehrer und Schüler zu uns verpflanzen, damit diese nicht nur lehren, sondern auch lernen, welche Kräfte im deutschen Judentum walten, wie mancherlei von hier übernommen werden kann für die Erziehung der Jugend, für die Stählung des Charakters, für die Fähigkeit auch gegenüber dem Ansturm

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