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Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 157

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 157 (sequence 25)
Language
German
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Zionismus, National]udentum und gesetzestreues Judentum, j keine Strafreden nützen ־und keine Mahnungen frommen, daß dieser Kampf, wenn er siegreich bestanden werden soll, allem ausgefochten werden muß. Der Sieg hängt ganz allein von dem Reichtum des religiösen Besitzstandes ab. Vor sich sieht dann der junge Kämpfer den Abgrund, das Grauen, das Kichts, und mit klammernden Organen hält er sich an seinem Erbe; wie könnte er diese Pracht und diesen Glanz preisgeben! Und er betrachtet dies Erbgut näher und gründlicher und entdeckt allerlei gute Seiten und findet Verstand und Vernunft, wo ihm früher nur Aberglaube und Widerspruch erschienen; es bleiben ihm wohl noch allerlei Fragen, aber er ringt sich zu der Erkenntnis durch, daß das Erkennen ebenso wie das Leben nirgends restlos aufgeht. Für diesen kritischen Wendepunkt im religiösen Leben der gesetzestreuen jüdischen Jugend bildet nun das Ideal des Kationaljudentums eine eminente Gefahr. Es zeigt ihr auch auf der anderen Seite ein Bild des Glanzes, es sagt ihr, daß sie den Träumen der Vergangenheit kann Achtung zollen, auch wenn sie zu anderen Überzeugungen herangereift, es stellt ihr eine andere Kontinuität vor An ge 11. die der religiösen täuschend ähnlich sieht, es erleichtert ihr den Kampf — aber um den Preis des Sieges. Und noch ein anderes tritt hinzu, das auch bei denen wirksam ist, die über die Zeit der religiösen Auseinander- Setzung hinaus sind, deren Überzeugungstreue unerschüttert. Man kann nicht zweien Herren dienen, das gilt mehr als irgendwo für das Seelenleben. Wo ein Ideal in den Brennpunkt des Fühlens tritt, da muß unweigerlich das andere verblassen. In unserer Zeit, da der Alltag die höchsten Anforderungen an jeden stellt und für Herz und Gemüt, für die Gedanken an die letzten Aufgaben des Einzelnen und des Volkes ohnedies nur wenig übrig läßt, da muß die Religion eine eifersüchtige Gottheit sein, sie kann nicht dulden, daß anderen Altäre errichtet werden. Zahlreich sind die Fälle, die ich beobachtet, in denen religiöse Glut, Hingabe an die Erfüllung der göttlichen Gebote zur angelernten Menschensatzung

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