Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 132)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2292929-2292980-2292982--02692-2295963- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Literarische Notizen. — Bemerkung. 132 verbotenen Tiere im Deut, wiederholt? Die בהמות wegen שסועה und die Vögel wegen ראה/‘ An dieser Stelle bezeichnet das Wort nach מפגי jedesmal das in dem fraglichen Abschnitt enthaltene Neue. Wir haben also auch hier nach מפגי eine Lehre zu suchen, die im Festabschnitt des Deut, enthalten und um derentwillen das ganze Gesetz wiederholt ist (nach der Ansicht des ß. Ismael in Menachoth 10 a). Diese neue Lehre ist aber die Lehre über die Intercalation, die unmittelbar vorher im Sifre aus Deut. 16,1 deduciert wird, indem dieser Vers nach Sifre lehrt, man soll beobachten, daß im Monat Nissan immer die Ahrenreife stattfindet. Tritt diese später ein, so muß ein Schaltmonat eingesetzt werden. Diese Intercalation eines Monats heißt bekanntlich עבור. Es muß also העבור statt הצבור gelesen werden. Wegen dieser neuen Lehre ist im Deuteronomium das Festgesetz wiederholt, gerade wie das Speisegesetz wegen שסועה und ראה. Diese von mir vor mehr als 40 Jahren aufgestellte Konjektur habe ich später auch bei ß. David Pardo gefunden, der noch hinzufügt, daß der Sifre die Ansicht des Tanna akzeptiert, es sei das Jahr, in welchem Moscheh ßabbenu von hinnen schied, ein Schaltjahr gewesen. Nachträglich wurde mir diese Konjektur durch die Handschrift des Midraseh-hagadol bestätigt, vgl. mein Midrasch Tannaim S. 89. Damit ist auch die Verwunderung des ß. Soliman erledigt, daß letzterer das leichte סדרן und קרבן erklärt und das schwierige הצביר unerklärt läßt. ß. Soliman hat wohl in seinem Sifre-Text העבור gehabt, was keiner Erklärung bedarf. Bemerkung: Der Schluß des Artikels ,,Erschaffung, Entstehung, Entwickelung“ von Oskar Wolfsberg (Jeschurun IV Heft 11) kann erst im nächsten Heft erscheinen, da uns die Korrektur von dem verehrten Verfasser, der im Felde steht, nicht mehr rechtzeitig zugegangen ist. Wegen Raummangels mußte auch der Schluß der Erzählung ״Aus der alten Zeit” Jeschurun IV 12 sowie ein Artikel gegen die erst jüngst wieder in den Nekrologen zu Tage getretene Überschätzung der Bedeutung Wellhausens für die Religionsgeschichte Israels für die nächste Nummer zurückgestellt werden. — Der Herausgeber. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin. Verlag des Jeschurun, Bertia. Druck von Max Schmersow in Kirchhain N.-L.