Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 104)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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104 Konfessionelle Militärstatistik. gestellt hat, welchen Blutzoll sie dargebracht hat. Was kann eine eindringlichere Sprache reden als die Tatsache, daß in einer außerordentlichen großen Anzahl von kleinen und mittleren Gemeinden die gesamte männliche waffenfähige jüdische Bevölkerung vor dem Feinde steht, daß zahlreiche Familien ihre gesamte Nachkommenschaft verloren, daß hunderte von Juden als Offiziere ihre soldatischen Fähigkeiten bekundet haben. Es ist selbstverständlich, daß bei einer späteren Bearbeitung des Materials mit Sorgfalt auf alle jene Punkte hingewiesen werden wird, die von May als Mängel der Militärstatistik gekenntzeichnet worden sind. Und schon aus diesem Grunde ist uns das Werk als ein wertvoller Beitrag zur Bearbeitung der vom Ausschuß für Kriegsstatistik gewonnenen Angaben willkommen. * Mit Recht stellt May die Verschiedenartigkeit des Altersaufbaues bei Katholiken, Evangelischen und Juden in den Mittelpunkt seiner Betrachtung. Es ist klar, daß eine Bevölkerungsmasse, die eine relativ größere Anzahl von Personen im militärpflichtigen Alter besitzt, im stärkeren Maße am Kriege beteiligt ist, als jene, bei welcher die für das Militärverhältnis wichtigen Altersklassen schwächer besetzt sind. Und als weitere Folge dieser Tatsache darf nicht als Maßstab für die Anteilnahme der Konfessionen am Kriegsheer ihre prozentuale Verteilung innerhalb der Gesamtbevölkerung, sondern muß ihr jeweiliger Altersaufbau als Grundlage dienen. Da in Deutschland in der Reihenfolge Katholiken, Protestanten, Juden die Geburten- und Sterberate fallen, sind in der gleichen Reihenfolge bei ihnen die älteren Altersklassen stärker, die jüngeren schwächer besetzt. Die Juden können wegen ihrer niedrigen Geburten- und günstigen Sterbeziffer auch nicht annähernd so stark im Kriegsheere vertreten sein, wie in der Gesamtbevölkerung. May hat dies durch Vergleich der Fruchtbarkeit und Sterblichkeit der jüdischen Bevölkerung mit jener der katholischen und protestantischen bewiesen. Es war ihm entgangen, daß wir in einem Bundesstaat — nämlich im Großherzogtum Hessen — eine Feststellung der Gliederung der