Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2292929-2292980-2292982--02635-2295906- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Rabbiner Josef Nobel מצ״ל. 75 Lager umstanden: es waren Josef Nobel und zwei Freunde Aron und Falk. Da sagte er "״י' מיוסף״ "א' מאהרון״ ,7ופ' מפאלק זח "צ״א" und begann klaren Geistes den 91. Psalm יושב בסתר עליון zu sprechen, um mit seinen Worten zu entschlafen. — Noch vor der קבורה berief die Gemeinde Totis den Enkel zu seinem Nachfolger, und so kehrte Josef Nobel in die Heimat zurück, die er als Jüngling verlassen, um sie mit tiefem Weh um des Großvaters Heimgang und dem Schauer der Ehrfurcht, nun an seinem Platze zu stehen, wieder zu betreten. Neben einer unablässigen organisatorischen Arbeit für die Erziehung und den Unterricht der Jugend, die er in den sieben Jahren seines Rabbonus geleistet, ist u. a. die Verlegung des Wochenmarktes von Schabbos auf einen Wochentag, die er — bei den Behörden — trotz vielfacher Schwierigkeiten durchsetzte, besonders rühmend zu erwähnen. Zu seinem Schmerze konnte jedoch auch diese Erleichterung von שמירת שבת viele Mitglieder seiner Gemeinde nicht mehr den Lockungen der Reform entziehen; er bat, er flehte, er drohte mit seinem Weggang — und das war bei der Liebe, die ihm jung und alt entgegenbrachte, keine leere Drohung — aber die Ströme, die mit Macht das gesamte Judentum durchrauschten, übertönten seine väterlich mahnende Stimme. Er war allein. Sehnsuchtsvoll gedachte er seines Rebbe im fernen Deutschland — da erreichte ihn die Berufung auf den Platz des heimgegangenen Klausrabbiners R. Jitzchok Lange זצ״ל in Halberstadt. Esriel Hildesheimer hatte seines einstigen Schülers gedacht und ihn als würdigen Nachfolger empfohlen. Josef Nobel stand damals im einundvierzigsten Lebensjahre; es mag ihm nicht leicht geworden sein, die Stelle eines Rabbiners mit derjenigen eines Klausners zu vertauschen, und ein Leben im Mittelpunkt einer Gemeinde mit der weltfernen Beschaulichkeit eines stillen Gelehrtentums. Wenn er es doch getan, so mögen sich manche Gründe zu gunsten einer Annahme der Halberstädter Stelle vereinigt haben. Kampf erfüllte Jahre lagen hinter ihm, und eine tiefe Sehnsucht, nur und nur der Thauro und ihrer Lehre leben zu können, stieg in ihm auf die beglückende Aussicht, in der Nähe seines teuren