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Jeschurun · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1918) · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Zionismus, Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum. i3 jüdischen Seelen und jüdischen Kulturgrundlagen, immer mehr Dämmerungsgestalten hervorkommen, von denen man nicht weiß, wo der Jude anfängt und wo der Nichtjude aufhört . . .?“ Sie öffnen überall hebräische Schulen und bedrohen sie selbst. Sie sehen nicht, daß in derselben Zeit, in der man hundert hebräische Schüler aufpäppelt, auf der anderen Seite tausend entjudete jüdische Kinder auf wachsen. Sie lieben Hebräisch und richten es selbst mit ihren Übertreibungen und mit ihrem „maskilischen“ unbewußt assimilatorischen Haß gegen Jüdisch zu Grunde1). Man glaube aber nicht, daß Birnbaum etwa das Jüdische in der Religion erhalten sehen will. Für ihn ist es gar nicht wahr, daß sich die jüdische Nationalität vorzüglich durch die Religion erhalten habe, wie es überhaupt ein ideologischer Irrtum ist, die jüdische Religion als das Primäre und die jüdische Nationalität als das Sekundäre anzusehen. Der Mensch schafft sich seine Götter, das Volk in seiner natürlichen Eigenart gibt sich seine Religion. Das jüdische Volk in seinem gläubigen Teil wähnt, innig an seinem Glauben zu hängen, es hängt aber nur daran, weil es seine Nationalität in Glaubensgestalt ist2). Es ist auch ein Irrtum, die makkabäische Erhebung als einen Sieg des geistlichen Gedankens in Israel zu feiern. Im Gegenteil! Sie ist ebenso, wie der Hellenismus wiedererwachte Weltlichkeit3). Was in der „jüdischen Renaissancebewegung“ drängt, ist nicht etwa der Trieb, anzuknüpfen an die Tatsachen des grauen Altertums oder des blauen Mittelalters. Was dem Judentum gestorben ist, wie z. B. die Theokratie oder der Asiatismus, ja, überhaupt sein ganzer althebräischer Charakter wird nie mehr wiedergeboren werden4). Birnbaum glaubt aber auch nicht, trotz aller neureligiösen Geschäftigkeit, trotz aller Klagen über die Grenzen der Wissenschaft und trotzdem die Völker auch eine Zeitlang ohne „Re- *) ß II S. 47 f. *) B I S. 29. ■3) B II S. 188. 4) B I S. 165,

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