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Jeschurun · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1918) · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 Zionismus, Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum. machen, sondern Juden schlechthin — und seien es auch „Assimilanten“ —, deren jüdischer Wesensteil die Tendenz hat, sich zu vergrößern und zu vertiefend Der Einwand, daß sich zwei Kulturen in einem Volke nicht vertragen, daß ein Volk nicht zwei Nationalitäten haben könne, ist nicht stichhaltig. Die Entwickelung ist mächtiger als unsere Schemata. Sie hat einen Teil des jüdischen Volkes so gebildet, daß er nun deutsche Kultur mit jüdischem Anstrich nachweist. Sie kann ihn auch noch einer jüdischen Kultur mit deutschem Anstrich zuführen1). Ein weiteres Feld für die jüdische Kulturtätigkeit kann durch die Gegenseitigkeitsbeziehungen zwischen den Juden der verschiedenen Länder eröffnet werden. Sache speziell der Westjuden muß es sein, die Ostjuden kennenzulernen. Dazu müssen sie sich mit den beiden ostjüdischen Nationalsprachen vertraut machen. Die Kenntnis des Jüdischen, des sogenannten Jargons, der wirklich gesprochenen Volkssprache ist da noch wichtiger als die des Hebräischen, das der Volksseele nicht so in ihre allerfeinsten Fäserchen folgt2). Ja, Birnbaum spricht aus der Seele des ostjüdischen Volkes und für das ostjüdische Volk. Und so kann er bei aller Achtung, die er dem Hebräischen zollt, nicht davon lassen, immer erneut für das Jüdische einzutreten, für die Muttersprache des jüdischen Volkes, wie es hienieden und jetzt lebt nnd wirkt, nicht wie es in der Zukunft gedacht wird oder in der Intelligenz sich repräsentiert3). Er findet auch treffliche Worte gegen die echte und rechte Assimilation, die oft in der hebräischen Literatur sich breit macht, gegen die Achad-Haamlein, die „jubeln“, wenn statt jüdischer Juden mit ^BIS. 249. -) B I S. 250 und 259. 3) Ygl. Hebräisch und Jüdisch BIS. 301—307 die Sprachen des jüdischen Volkes S. 308—325. Für die jüdische Sprache (gegen Brainin) B II S. 34—40; Eröffnungsrede auf der jüdischen Sprachkonferenz in Czernowitz S. 41—45. Der Jargon S. 46—51. Zum Sprachenstreit (gegen Achad Haam) S. 52—74.

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