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Jeschurun · 1917-12-01 · Heft 12 (Dezember 1917) · p. Seite 641

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 12 (Dezember 1917)
Date
1917-12-01
Page
Seite 641 (sequence 17)
Language
German
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Die Juden in Kußland und Polen. 641 und die Steuerpacht lag, und sie wird von zwei zeitgenössischen jüdischen Reisenden, Benjamin aus Tudela und Petachia aus Regensburg, rühmlichst erwähnt. Wir bemerken sogar Anzeichen einer geistigen Regsamkeit, und es wird berichtet, das ein gewisser Moses aus Kiew mit dem Gaon Samuel ben Ali aus Bagdad im Briefwechsel stand. Jedoch der von Byzanz aus genährte im Verborgenen schleichende Geist der Unduldsamkeit machte sich bald bemerkbar. Die Geistlichkeit der griechisch-orthodoxen Kirche in Kiew hetzte das Volk gegen die Juden, „die Feinde Gottes“, auf, und schon aus dem Jahre 1113 erwähnt die Geschichte einen regelrechten Pogrom, der gegen die Juden jener Stadt angezettelt wurde. Im fünfzehnten Jahrhundert hören wir von einem gewissen Saeharia, einem Juden aus der gleichen Stadt, der sich in der Republik Nowgorod in Nordrußland niederließ, die schon in jener Zeit ein bedeutsamer Handelsmittelpunkt und Mitglied des Hansabundes war. Saeharia hatte das Glück, oder besser das Unglück, einige griechisch-orthodoxe Priester von der Wahrheit des Judentums zu überzeugen. Die Priester kamen später nach Moskau und begannen, von einigen hochstehenden Persönlichkeiten begünstigt, diese sogenannte „jüdische KUtzerei“ in der neuerwählten russischen Hauptstadt zu verbreiten. Die neue Lehre wurde im Jahre 1504 auf das Grausamste unterdrückt, aber flackerte von Zeit zu Zeit bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein immer wieder auf und diente als weiterer Abschreckungsgrund gegen die Zulassung der Juden. Wir haben einzelne Berichte über andere Juden, denen es gelang, den Zaubergürtel der russischen Grenze zu überschreiten, und von denen einige sogar Leibärzte moskowitischer Fürsten wurden, aber alle diese Versuche waren nur vereinzelt und blieben ohne dauernden Erfolg. Denn bereits im sechzehnten Jahrhundert scheint die judenfeindliche Politik Rußlands vollständig ausgebildet gewesen zu sein. Im Jahre 1545 gab Iwan der Schreckliche 4*

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