Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1917-11-01 · Heft 11 (November 1917) · page 61

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 11 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
– (sequence 61)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2292929-2292969-2292978--02489-2295758
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Erschaffung, Entstehung, Entwickelung. 621 Teile untereinander als auch im Charakter ״des Ganzen“ gegen das Vorstadium verändert, oft reicher an Mannigfaltigkeit. Dasselbe Individuum war einst Knabe, ist nunmehr Mann, wird einst Greis; in seinem Jugendstadium wirkten^gewisse Faktorenr die innere Sekretion1), in einer Konstellation, daß Wachstum sich einstellte. Im Keifestadium ist eine Wachstumshemmung eingetreten. Sekundäre Geschlechtscharaktere verändern den Habitus und entfernen ihn von dem unbestimmten kindlichen. Entsprechende Beispiele könnten aus Historie und Ethik hier genannt werden. Solche Zeichen des Werdens (auch das Ziel!) fehlen der Kristallisation: nur Größenwachstum ist vorhanden — theoretisch unbegrenzt — Struktur und das Verhältnis der Teile ändern sich nicht. Es rächt sich bei Wiesner das Haften an Äußerlichkeiten; ihm hat seine Definition der Entstehung: plötzliches Eintreten mit nachfolgendem Beharren so imponiert, daß er in der Kristallisation ein Gegenstück dessen zu er״ kennen glaubt. 2. Bei der Erörterung des Begriffs: Erschaffung wollen wir. eingedenk der Forderung der Misch na (Chagiga II. 1), kurz und vorsichtig sein. Wie sehr gerade hierin die Wege der Offenbarungsreligion und der Wissenschaft auseinander gehen, kommt schon darin zum Ausdruck, daß jener die Schöpfung so recht nicht nur zeitlicher Ausgangspunkt des Naturwerdens sondern auch der bestimmende Kausalfaktor, also gesicherter Beginn ist, der alle jetzt vorhandene Solchheit erstmalig einleitet, während die Wissenschaft nur rückwärts tastend zur Annahme einer Schöpfungsperiode gelangt und ihr wenig zugesteht. Daß jedenfalls für das Entstehen organischen Seins eine Reihe Autoren einen Anfang annehmen, ist oben schon mitgeteilt worden. Meist sind es Mechanisten, die das Leben für eine jüngere Erscheinung als die tote Materie halten. Das kann nicht *) Unter innerer Sekretion versteht man in der Physiologie die Tätigkeit, der Drüsen ohne Ansführungsgang, (endokrin; z. B. Schilddrüse- Nebenniere asw.) die ihre Sekrete direkt dem Blute zuführen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.