Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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Erschaffung, Entstehung, Entwickelung. 619 hindert sie nicht. Dafür wird freilich kein Argument angeführt. Der Faktor: Freiheit ist eben nur dem Historischen eigentümlich. wie der ״Sprung“ in der Entwicklung nur der Geschichte und Phylogenie Gepräge gibt, nicht aber der Ontogenie; sie — Freiheit und Sprung in der Entwicklung — sind eben keine Kennzeichen der Entwicklung schlechthin. 7. Eine Entwicklungstheorie der Ethik hat Darwin versucht, indem er die menschliche Sittlichkeit von Sympathie und Instinkten bei den Tieren herleitet. Wenn er auch viele Nachbeter gefunden hat. so haben doch schon Huxley und Lotze als Zeitgenossen sehr energisch dagegen protestiert und den Kantischen Standpunkt, daß sie eine das Menschengeschlecht auszeichnende Eigenschaft sei, mit Nachdruck geltend gemacht. Auch Driesch — von Spencer bedarf es keiner Erwähnung — huldigt einer Entwicklung der Ethik: ״jedenfalls würde das Inhaltliche des ethischen Fuhlens sinnvoll sein, wenn es einer Ganzheitszugehörigkeit Ausdruck wäre.“ — Wiesner selbst will nun das Auftreten des sittlichen Gefühls, das in der Tierreihe bis dahin unbekannt war, durch den Sprung in der Entwicklung erklären, um die Möglichkeit der Abstammung nicht zu erschüttern. — Aus den langatmigen Schlußbetrachtungen ist nur das Bekenntnis erwähnenswert, daß das Resultat der Forschung wenig zum Ausbau eines monistischen Systems ermuntert. Werden und Sein, gesetzmäßig nach inneren Potenzen geordnetes und vom Zufall durch äußere Kräfte beherrschtes Werden, Entstehen und Vergehen stehen vorläufig noch schroff antithetisch einander gegenüber. II. 1. Es ist offensichtlich, daß die Arbeit Wiesners sowohl in dem naturtheoretischen bezw. naturphilosophischen Teil wie in den Abschnitten zur Geschichte und Ethik zu Fragestellungen sich äußert, die auch den Juden, der nach einem durch die Thora orientierten Weltbild strebt, auf das lebhafteste beschäftigen. Während dieser in den naturphilosophischen Darlegungen Dokumente der Wissenschaft erblickt, die zu unserer Überzeugung von dem naturschaffenden Gott in Beziehung