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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 116

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 116)
Language
German
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Literariscke Notizem. war zur Zeit, da Noah die Erde an seine drei Söhne verteilte, dem Anteile des Sehern zugefallen.“ — Dasselbe sagt der Paitan an der angef. Stelle: Töricht waren die Söhne Kanaan3 (mit ihren Ansprüchen auf Palästina); denn Fremde waren sie im Lande der Söhne Schern’s (Israels, das vom Schern abstammte, dem das Land ursprünglich gehörte). Die Quelle dieser Aggada wird von Heidenheim in seinem Machsor-Kommentar nicht angegeben. Auch Berliner wußte in der ersten Ausgabe seines Raschi-Kommentars keine Quelle für diesen Ausspruch. Rabbiner Abraham Biberfeld זצ״ל hat mir gezeigt, daß diese Aggada aus Torath Kohanim, Kedoschim Perek 11, Hai. 17) stammt. Dort heißt es: ״-Ich werde es euch geben, um es zu besitzen;““ ich werde es iu Zukunft euch geben als ewiges Besitztum. Ihr werdet vielleicht sagen: ״Hast du uns denn nichts anderes zu geben als das Eigentum eines Anderen?1“ — Nein, es ist euer Eigentum; denn es gehörte zum Anteil Schem’s, und ihr seid Söhne von Sehern, während sie (die Kanaanäer) die Söhne von Cham sind. Und was haben sie in dem Lande zu tun? Sie waren nur Hüter des Platzes, bis ihr hinkommen werdet.“ Das Charakteristische dieser Aggada ist, daß sie das Recht Israels; das Land Kanaan in Besitz zu nehmen, damit begründet, daß die Kanaanäer selbst dieses Land in der Vorzeit den Semiten entrissen hatten. Diese Amsicht wird unterstützt durch Gen. 12, 6, wo der letzte Satz nicht, wie die Kritiker meinen, besagt: ״Der Kanaaniter war damals noch im Lande,“ sondern ״Der Kanaaniter war damals schon im Lande“ (vgl. Grätz, Monatsschr. 1874 S. 117 f.). Das Anrecht Israels an das heilige Land verteidigt auch Gabiha b. Pesisa gegen die Kanaanäer vor Alexander dem Großen in einer Aggada, die sich an drei Stehen (Meg. Taanith c. 3; Ber. rabba c. 61 und Sanhedrin 91a) in verschiedenen Variationen befindet. Auch die von 'Raschi am Anfang seines Pentateuch-Kommentars zitierte Aggada verfolgt diesen Zweck (vgl. Tanchuma ed. Buber S. 4 a). Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin. Verlag des Jeschurun, Berlin Druck von Max Schmersow in Kirchhaia N.-L.

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