Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- – (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2292929-2292969-2292977--02398-2295666- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Juden in Rußland und Polen. 531 von sich hielten, sandten sie ihre Verwalter aus, um jene auszubeuten. Unter diesen Verwaltern waren viele Juden, die wie Schwämme den Reichtum des Landes und den Arbeitsertrag seiner Einwohner aufsaugten und in die Taschen der Pans leiteten. Sie traten als Arendare auf, in den verschiedenen Tätigkeiten, die mit diesem Ausdrucke verknüpft sind; sie waren häufig als Steuer- und Zolleinehmer angestellt, in welcher Eigenschaft sie eine gewisse Art von Gerichtsbarkeit über die eingeborene Bevölkerung ausübten. Die Behandlung der Ukrainer war wenig verschieden von der, die ihren Leidensgenossen, den chlops, in den Ländern der Krone zuteil wurde, aber ihre Geistesanlage neigte mehr zur Unabhängigkeit, und sie fühlten tief die Knechtung durch Herren, die nicht nur eines anderen Stammes waren, sondern auch darauf ausgingen, sie durch ehrliche und oft auch durch unehrliche Mittel ihrem griechisch-orthodoxen Glauben abwendig zu machen und in den Schoß der römisch-katholischen Kirche zu locken. Zuletzt gelang es den verzweifelten Ukrainern, unter Anführung von Bogdan Chmielnicki, dessen unmündiger Sohn von einem polnischen Edelmann zu Tode gepeitscht sein soll, sich mit ihren Brüdern jenseits des Dniepr, den Kosaken, zu vereinigen und ihre früheren Feinde, die Tataren, zu Hilfe zu rufen, die gierig auf die Zersetzung Polens lauerten und nur zu froh waren, einen Anteil an der Beute zu erhaschen. Die vereinigten Scharen der Ukrainer, Kosaken und Tataren vermochten ohne Schwierigkeiten ein polnisches Heer, das gegen sie gesandt wurde, zu zerschmettern, und die ukrainischen chlops richteten, von ihren Fesseln befreit, ein Blutbad an, das in der Geschichte der Menschheit kaum seinesgleichen hat. Jeder katholische Priester, den sie trafen, wurde zusammen mit einem Juden und einem Hunde am Hochaltar aufgehängt. In der ganzen Ukraine wurden die polnischen Edelleute, wo man sie fand, niedergeschlagen, verbrannt, geblendet, geschunden und in Stücke gesägt. Die Wut der Leibeigenen, die sich gegen die Pans richtete, die sie körperlich gequält, und gegen die katholischen Priester,