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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 86

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 86)
Language
German
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530 Die Juden in Rußland und Polen. erschreckendem Düster, daß im Vergleich mit ihm alle Leiden,, die die Juden, sei es in Polen oder anderswo, seit dem großen Kriege des jüdischen Volkes gegen Rom jemals erduldet haben,— wenn wir nicht die Schrecken ausnehmen, die über die Juden im gegenwärtigen Weltkrieg dahingebraust sind, — zur Be* deutungslosigkeit erblassen. Wir sprechen von dem Schicksals* reichen Jahrzehnt 1648 —1658, das mit den Kosakenmetzeleienr den sogenannten מרוח ת״ח, im Jahre 1648 beginnt, und dem dann die Leiden folgen, die der Einfall der Russen und Schweden in Polen verursacht hat. Dies vielleicht schwärzeste Kapitel in der Geschichte der jüdischen Zerstreuung bildet zum großen Teil, wenigstens in seinen Anfängen, eine Folgeerscheinung jenes ungleichartigen und unheilvollen Zusammenarbeitens zwischen dem Juden und dem Pan, dessen Wirkungen wir soeben zu schildern versucht haben. Die Verschmelzung zwischen Polen und Litauen im Jahre 1569 brachte die unermeßlichen südöstlichen Grenzprovinzen des Reiches, die sogenannte Ukraine (״Grenze״), die die heutigen Gouvernements Tschernigow, Poltawa, Charkow, Kiew und Teile von Podolien und Wolhynien umfaßt, in enge Berührung mit den mittleren Provinzen Polens. Die Bevölkerung dieser Provinzen war der Abstammung nach russisch, oder genauer klein-russisch oder ruthenisch; der Religion nach gehörte sie der griechisch-orthodoxen Kirche an. Sie waren ferner von einem kriegerischen Geist erfüllt, der durch die ständigen Kämpfe gegen die Einfälle der benachbarten Tataren in ihnen großgezogen war. Die tapfersten unter ihnen waren sogar noch weiter nach Osten vorgedrungen und hatten jenseits der Stromschnellen des Dniepr eine Art Militär«Republik gegründet. Die Mitglieder dieser Republik, die gelegentlich eine beträchtliehe Beimischung mongolischen Blutes in sich aufgenommen hatten, wurden als Kosaken bezeichnet, ein tatarisches Wort, das ״Räuber“ bedeutet. Am Ende des sechzehnten Jahrhunderts fingen die polnischen Magnaten an, die Landstriche der Ukraine zu besiedeln. Während sie die Ukrainer selbst in einem sicheren Abstand

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