Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2292929-2292969-2292977--02368-2295636- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die nationalen Forderungen des jüdischen Volkes in Rußland ט sw. 5 q I nationales Zentrum anerkannt werden. Der Zionismus will die geistige Kontinuität des Judentums wiederherstellen. Er will den zerrissenen Faden der jüdischen Geschichte von jener Stelle an weiterspinnen, wo er zerrissen wurde. Deshalb soll unsere alte Heimat unsere neue Heimat werden. Unsere alte Sprache soll wieder unsere Muttersprache seine. Sein Streben nach geistiger Kontinuität ist für den Zionismus in höchstem Maße charakteristisch. Er bedingt auch seine Stellung zu vielen inneren Fragen des jüdischen Lebens: zu Religion, zu nationaler Kultur usw. Der erste zionistische Kongreß in Basel im Jahre 1897 hat ״die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina״ als Programm des Zionismus aufgestellt. Das ist seine unwandelbare Idee. Das Baseler Programm besagt weiter, daß zu Erreichung dieses Zieles außer der politischen Arbeit auch die Sammlung und Organisierung der nationalen Kräfte in der Diaspora notwendig ist. Unter dieser Formel sind auch die nationalen Rechte für die Juden in der Diaspora inbegriffen. Die Zionistische Organisation als eine Weltorganisation, die nur das eine Ziel vor Augen hat, in Palästina ein jüdisches Zentrum zu schaffen, kann auf nationale Rechte der Juden in den einzelnen Ländern nicht näher eingehen. Sie muß sich mit dieser allgemeinen Formel begnügen. Bei den nationalen Rechten kommt es doch auf das Land und auf die lokalen Bedingungen an. Die Zionistische Organisation mußte daher die Formulierung der nationalen Forderungen in den verschiedenen Ländern den einzelnen zionistischen Landesverbänden überlassen. Die österreichischen Zionisten z. B. hatten das nationale Programm für Österreich auszuarbeiten, und die russischen — das Programm für Rußland. Das nationale Programm der russischen Zionisten ist unter dem Namen ״das Helsingforser Programm“ bekannt. Es wurde auf dem dritten Delegiertenstage der russischen Zionisten in Helsingfors im Jahre 1906 aufgestellt. Dieses Programm stimmt mit dem Programm der jüdischen nationalen Partei fast ge>nau überein. Gleich ihm sieht es eine autonome