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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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476 Salomo und sein Thron. Frieden in jede Hütte tragen, und dies deuten die Tiere anr die den Thron bis zu seiner Höhe schmücken: Stier und Löwe, Bär und Lamm, Hahn und Katze, die bisherigen Feinde scharen, sich in Einheit um des Friedensfarsten Thron. Aber auch die Bilder der großen Männer der Vergangenheit schmücken den prächtigen Thron. Ihr Anblick soll den König anspornen, ihnen gleich zu werden, sie soll er. sich zum Muster nehmen für seinen Lebenswandel, in pietätvollem Gedenken zu ihnen aufschauen und so mit der Vergangenheit in steter Verbindung bleiben. Dieses Gedenken der Vorzeit und ihrer Größen wird ihn auch von der Überhebung hüten, sich selbst als den Größten der Welt zu betrachten, der der Muster der Vorzeit nicht bedarf. Die ausgesuchte Pracht, die ihn umgibt, die liebedienerische Umgebung, die ihm ihre schmeichlerischen Huldigungen darbringt, kann ihn leicht in die Gefahr bringen, sich für einen Halbgott, wenn nicht noch für etwas mehr, zu halten. Die Bilder am Throne sollen ihn lehren: Du bist nur ein Mensch und was du bist, bist du durch uns, du stehst auf unseren Schultern. Hat der König Salomo allen den Ansprüchen, die aus der Bilderschrift des Thrones herausgelesen werden können, als Regent genügt? Unsere Weisen, die unparteiisch ihr Urteil über die Größen fällen, keinem zu Lieb und keinem zu Leid, die für jede Größe nur einen Maßstab haben: Die Thora und in ihrer Wahrheitsliebe und ihrem Gerechtigkeitssinn sich nicht von Ruhm, Pracht, Menschenverehrung blenden, sondern Tatsachen sprechen lassen, haben sich über Salomo nicht so geäußert, als ob er das Ideal eines jüdischen Königs ganz erfüllt hätte, sie verschließen sich in ihrem Urteil den Verirrungen des Weisesten der Könige nicht, sondern erblicken vielmehr in diesen die Wurzel für spätere traurige schwere Schicksals- Schläge, die das jüdische Volk betroffen hat. Wo andere welterfüllenden Ruhm, Pracht und Machterweiterung sehen, da sehen sie den Keim eines sich vorbereitenden Niederganges1)• *) Gegen die Behauptung von der Unbestechlichkeit unserer Weisen in ihrem Urteil spricht es nicht, wenn im Talmud hier und da

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