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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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474 Salomo und sein Thron. Einzig und allein Kyros durfte sieh zeitweilig auf ihn niederlassen, weil er als Befreier Israels, ein gerechter König war1). Was soll nun die phantastische Ausgestaltung des Salomothrones bedeuten? Ist es einzig und allein die Lust zu fabulieren, die den oder die Verfasser zu einem solchen Aufgebot schmückender Embleme trieb? Soll der Prachtliebe und dem Kunstsinn des Königs eine über alle Grenzen gehende Huldigung gebracht werden? Gewiß hat beides bei dieser Zeichnung mitgewirkt. Man darf Salomo den jüdischen Alexander nennen. Wie um die jugendliche Person des Weltenbezwingers sich eine reiche Legende bildete, wie diesem nichts unmöglich schien, kein Land zu fabelhaft war, um es zu erreichen, kein Unternehmen zu groß war, um es auszuführen, wie seine Persönlichkeit einen berückenden Zauber auf die, die mit ihm in Berührung kamen, ausübte: so, und in noch größerem Maße erging es Salomo, und je weiter seine Person in die Vergangenheit rückte, desto größer und wunderbarer erscheint er der Welt: er ist der Herr der Geister und Dämonen, ihm gehorchen alle Lebewesen, seine Herrschaft erstreckt sich über die ganze Welt, die Pracht, die ihn umgibt, spottet aller Beschreibung und diese Pracht erreicht ihren Höhepunkt in dem zaubervollen Kunstwerk des Thrones. Doch es ist dieses nicht allein, etwas viel Höheres und Idealeres hat das Prachtbild des Thrones geschaffen. Alexander wird als Weltbezwinger gefeiert, Salomo aber als Friedensfürst, und von diesem Standpunkte aus betrachtet, wird man in dem Bilde dieses Thrones erkennen, was jüdische Denkweise vom Tun und Lassen eines Königs erwartet, das ihn erst das Recht gibt, ein König zu sein. Jedes Emblem, das ein Kunstwerk ziert, hat eine symbolische Bedeutung, die, wenn es der Künstler — für eine bestimmte Person angefertigt hat, Beziehungen zu jener hat. Suchen wir nun das Symbol der Embleme dieses Thrones — nicht ins einzelne gehend, sondern ganz im allgemeinen ־־־ zu erkennen, so werden wir sehen, es sollte wohl dem Andenken 1j Diese Stelle, die im Text den Kyros nach Epiphanes setzt, scheint ein späteres Einschiebsel zu sein.

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