Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Sittenreinheit. 457 dem Vaterlande hingegeben haben, konnten es nicht über sich gewinnen, die entsprechenden Geldopfer dem Gemeinwohl zu bringen. Aber umsomehr ist das der Prüfstein, ob die Eltern das Wohl ihrer Kinder in höchstem, in altjüdischem Sinne wollen. Wie ja überhaupt ein ganzes Leben in Hingabe an das überlieferte Judentum nichts beweist, bevor die Eltern nicht auf die rechte Probe gestellt sind, bevor sich nicht gezeigt, wie sie die Zukunft der künftigen Geschlechter gestaltet sehen wollen, ob ihnen das religiöse Fundament des Hauses ihrer Kinder ihr Eins und Alles ist. Wir sagten schon, daß die willkürliche Beschränkung der Kinderzahl in den Kreisen, die sich zum überlieferten Judentum bekennen, wohl eine Ausnahme ist. Wir glauben, daß diejenigen, die sich von der jüdischen Sitte soweit entfernt, daß sie zu dieser völlig unjüdischen Lebensart gekommen sind, schwerlich eines Besseren zu überzeugen sein werden. Denn was diesen Brauch so gefährlich macht, daß ist der Umstand, daß er von den edelsten Tugenden den Mantel borgt, um seine Blößen damit zu decken, daß er unter dem Vorwand idealer Regungen, der Schonung der Gattin, der Zukunft der Kinder, die durch einen Zuwachs in ihrer Erziehung und ihrem Erbe verkürzt werden sollen, die niedrigen Beweggründe vor sich selbst verschleiert. Wir halten alle Mittel, die hier von Staatswegen und von Körperschaften für die körperliche und geistige Hebung ihres Volkstums, zur Rettung seines Bestandes vorgeschlagen werden, nur für Mittelchen, die dem Egoismus des Einzelnen gegenüber immer werden versagen müssen. So erscheint es auch uns völlig vergeblich. Menschen, die religiös so tief gesunken sind, daß sie vor jener Lebensführung nicht zurückschrecken,, ins Gewissen zu reden. Kur diejenigen, die noch nicht bis an jene äußerste Grenze gelangt sind, die aber in ihrem Bekanntenkreise ein solches Beispiel erleben, die mit dem Gedanken spielen, die sollen auf das Verabscheuungswürdige jenes Zusammenlebens hingewiesen sein. Bedarf es da wirklich noch des Hinweises, daß hier auch nach dem Buchstaben des jüdischen Gesetzes Verbrechen ge-