Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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e umn 4. Jahrgang Ellul-Thischri 5677 September-Oktober 1917 Heft 9/10 Sittenreinheit. Trägt Israel noch die Krone der Sittenreinheit? Sind seine Jünglinge ־and Jungfrauen noch Muster und Vorbild in keuscher Zurückhaltung? Ist die jüdische Ehe noch das Bollwerk seines Volkstums, als das es in den Jahrtausenden der jüdischen Geschichte nicht nur von den Volksgenossen sondern auch von fremden Beobachtern anerkannt wurde? Diese Fragen in irgend einem Sinne schlankweg beant- Worten zu wollen, wäre eine Vermessenheit. Es fehlt an jeder Möglichkeit, auf Grund wissenschaftlicher Untersuchung eine Lösung zu geben. Denn angenommen selbst, wir hätten für eine Reihe von Punkten, die mit diesen Fragen Zusammenhängen, ein ausreichendes statistisches Material, das Zarte und Tiefe, das Edle und Heilige, das für uns mit dem Begriff der Sittenreinheit zusammenfällt, entzieht sich ja einer jeden statistischen Erfassung. So können die Erörterungen, die wir über diese Fragen hier bringen wollen, nur den Charakter recht schmaler Streiflichter tragen, nur den Eindruck widerspiegeln, den der Verfasser und der Kreis derer, mit denen er seine Erfahrungen ausgetauscht, aus persönlichen Erlebnissen, aus besonnen abwägender Beurteilung der in der Literatur niedergelegten Mitteilungen gewonnen haben. Wie immer wollen wir uns nicht damit begnügen, zu schildern, was ist, sondern auch zu sagen, was sein soll und wie es mit Aufbietung der in uns schlummernden religiösen Kräfte verwirklicht werden kann. 30