Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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Professor Kittels Obergutaehten. 421 welcher nicht will, daß Ein Mensch verloren werde.״ So weit v. Moser. Es wird uns schwer, uns vorzustellen, daß Prof. K. im Ernst diese Art, die Wege Gottes zu betrachten, als einen Beweis ungeläuterter Gotteserkenntnis ansieht oder daß er die Betätigung solcher Treue Gottes in einen ihm anhaftenden sittlichen Defekt verkehrt. Wir unserseits sehen im Hintergrund solcher Fälle von ״Quem deus vult perdere, eum dementat“ beides, seine Gerechtigkeit und seine Treue. Wir hoffen diese beiden Eigenschaften Gottes auch in der Geschichte 2. Sam. 24 anzutreffen, die uns in einem anderen Lichte erscheint als dem Prof. K., der in ihr nur den Niederschlag einer inferioren Gottesanschauung sieht, nach welcher Jv. ״kein schlechtweg sittliches Wesen ist.״ Nicht sehr gründlich scheint uns verfahren, wenn K. die vom Erzähler an die Spitze gestellten Einleitungsworte einfach übersieht: ״Noch einmal entbrannte der Zorn Jv.’s gegen Israel und er reizte David wider sie.“ Es war also in erster Linie auf eine Bestrafung Israels abgesehen. Es muß eine schwere Schuld auf Israel gelegen sein, weil Jv. wie sich im Verlauf der Geschichte zeigt, so überaus schwer strafte: 70 000 betrug die Zahl der Opfer der von Gott verhängten Pest! Daß der Erzähler diese schwere Schuld nicht näher beschreibt, dient zum Beweis, daß sie denen, für die er schrieb, von vornherein klar war. In den Kreisen, zu denen der prophetische Verfasser der Erzählung gehörte, kannte man genugsam die noch ungesühnten, wiederholten Empörungen des Volks gegen den Gesalbten Jv.’s, für welche es keine Buße getan. Der untheokratische Geist des Volkes Gottes scheint aber auch bei der Volkszählung Davids im Spiel gewesen zu sein, so daß sie in ungöttlicher Weise daran Gefallen fanden. Es ist unverständlieh, daß Prof. K., obwohl die folgende Erzählung deutlich unter den Gesichtspunkt des Zornes Gottes gegen Israel gestellt ist, davon keine Notiz nimmt und bloß Davids Handlung betrachtet. Die Tendenz des Erzählers ist so von vornherein einseitig und unrichtig aufgefaßt. Wenn Prof. K. nun weiter von einem ״Glauben der Zeit״ redet, welchem eine Volkszählung ״als eine Art Versuchen der