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Jeschurun · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · page 52

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Date
1917-07-01
Page
– (sequence 52)
Language
German
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404 Zum 1J/horastudium in der alten Zeit. kann denn leugnen, daß es nicht leicht ist, bei dem immer komplizierteren Kampf ums Dasein, bei den immer größeren Anforderungen an die Be־ rufsausbildung, die Jugend dem intensiven Lernen zuzuführen. Eine genaue Betrachtung der Dinge zeigt uns aber, daß es ohne eine große Dosis von Gottvertrauen zu keiner Zeit möglich gewesen ist, תלמידי חכמים heranzubilden. Auch in früherer, in wirtschaftlicher Hinsicht viel einfacherer Zeit, ist es nicht leicht gewesen, das praktische Moment in der Erziehung der Jugend außer Acht zu lassen oder hintanzusetzen. Und auch da ist es in erster Reihe das unentwegte *בטחון und die große Liebe zur;תורד gewesen, die den jungen Leuten den Weg zu den Quellen der Weisheit finden ließ. Wenn die Bachurim in Scharen von Polen nach Prag oder nach den anderen Jeschiwoth Deutschlands zogen und hierbei bei der größten Unsicherheit und Gefährlichkeit der Wege oft monatelang auf dem Wege gewesen sind, welche Hingabe und welcher Opfersinn gehörten dazu, welche Liebe zur Thora, um derentwillen sie sich, in all diese Fährnisse gewagt haben. Es liegt auf der Hand, daß bei einer solch’ hohen Bewertung des idealen Momentes der materielle Gesichtspunkt nur eine nebensächliche Rolle gespielt hat. Daß aber die überaus wichtige Frage der Heranbildung von תלבלידי חכמים auch in früheren Zeiten von praktischen Erwägungen nicht ganz unberührt geblieben ist, geht aus der Begründung hervor, die der Verfasser des Sefer Chinuch den Geboten über מעשר בחמח מעשר טוני ונטע רבעי gibt. Es heißt daselbst in der ״ :מצוד5 ש״םDem Gebot, die erwähnten Gaben in Jerusalem zu verzehren, liegt die Auffassung zu Grunde, daß nach des Ewigen Willen das von ihm erwählte Volk Israel in seiner Gesamtheit Kenner des Volksgesetzes sei, um im Sinne dieses Gesetzes leben und wirken zu können. Da es nun in des Menschen Natur liegt, in erster Reihe dem materiellen nachzustreben, wodurch das Geistige vernachlässigt wird, deshalb gab er ihnen in den erwähnten Geboten das Mittel in die Hand, um auch dem Ideal der Thora nachgehen zu können. In der Regel schlägt der Mensch seine Wohnstätte da auf, wo sich sein Besitz, sein Geschäft befindet. Gott gab daher seinem Volke die Weisung, den Zehnt vom Vieh, den zweiten Zehnt und die Baumfrüchte des vierten Jahres in Jerusalem zu genießen, damit sich, ein Mitglied von jeder Familie in Jerusalem, dem Sitze der Weisheit und der Thorakenntnis aufhalte. Es soll damit jeder Familie ohne weitere Opfer gegeben sein, einem ihrer Mitglieder, dem die genannten Abgaben zum Lebensunterhalt dienen sollten, den Aufenthalt und das Studium in Jerusalem zu ermöglichen. Jede Familie wird dadurch einen Thorakundigen in ihrer Mitte haben, der imstande sein wird, die ganze Familie zu belehren und im Sinne der Thora zu beeinflussen. Denn, befindet sich nur ein Gelehrter oder auch mehrere in der Stadt, so wird es doch viele Leute, besonders aber Frauen und Kinder geben, die nur

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