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Jeschurun · 1917-05-01 · Heft 5 (Mai 1917) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 5 (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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240 Bibelwissenschaftliche Irrungen. genleistung über alle andereren Völker.“ Aber wir können es nicht billigen, wenn die religiösen Anschauungen der christlichen Theologen irgendwie ironisiert werden. Ein Satz wie ״da nun die Trinitätslehre — eine aus der Eigenart des Urchristentums als synkretistische Religion zu erklärende Erscheinung — ein höchst zweifelhafter Vorzug ist, dem trotz aller mittelalterlichen und neuzeitlichen Ausgleichsversuche nur das Verdienst innewohnt, den ״altbiblischen monotheistischen Gottesbegriff erheblich zu verdunkeln“ so sucht man sich an Alt-Israel durch Konstruktion einer Monolatrie einigermaßen schadlos zu halten״, ein solcher Satz ist durchaus unangebracht. Wollen wir für uns das Urteil in Anspruch nehmen, daß wir ohne bewußte Tendenz an die Er־ forschung des Bibelwortes gehen, so dürfen wir es auch den Gegnern nicht absprechen. Ein anderes ist es, wenn wir darauf hinweisen, daß die Bibelkritiker, gerade weil ihnen die wissenschaftliche Erforschung des Bibelwortes den Boden für die im Banne der früheren Bibelexegese angenommene Differenz zwischen dem Verhältnis des Alten Testaments als eines auf das Neue stetig hinweisenden Dokuments entzogen hat, nun unter einem psychologischen Zwange stehen und das Christentum als eine Fortsetzung des israelitischen Prophetentums und das Judentum in seinen Anfängen als eine unvollkommene Vorstufe, in seinem späteren Verlauf als eine Rückbildung und Erstarrung dieses Prophetentums ansehen 1). Doch wird natürlich der Wert des Buches dadurch nicht gemindert, daß wir gern manches ausführlicher und manches anders hätten dargestellt sehen. Das rechte Urteil kann der Leser nur aus größeren Partieen gewinnen. Da es uns aber unmöglich ist, den Inhalt ganzer Abschnitte auch nur im Auszug hier wiederzugeben, so seien nur einige gute Bemerkungen hervorgehoben. Der ״Deuteronomist“ wird von der Kritik immer als der von prophetischem Geist beseelte charakterisiert, gegenx) Ygl. Wohlgemutä, Das jüdische Religionsgesetz in jüdischer Beleuchtung. S. 16 ff., worauf übrigens auch der Verfasser verweist.

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