Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- – (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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Professor Kittels Obergütachten. 211 (vgl. 33,23), ist nicht ins Wort gefaßt*, mir den Eindruck lernen wir kennen, den er bekam. Mose verlangte, wie dort erzählt wird, die Herrlichkeit Jv’s. zu sehen; da wurde ihm die göttliehe Antwort: ״Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich siehet. Siehe, es ist ein Baum bei mir, da sollst du auf dem Eelsen stehen. Wenn nun meine Herrlichkeit vorübergehet, will ich dich in der Felsenkluft lassen stehen und meine Hand soll ob dir halten, bis ich vorübergehe. Und wenn ich meine Hand von dir tue, wirst du mir hinten nachsehen. Aber mein Angesicht kann man nicht sehen.“ Als nun Jv. dies Wort erfüllte und auf dem Berg Sinai an Mose in der Wolke vorüberging, da sah Mose das Angesicht JVs. nicht, aber er hörte die Stimme der himmlischen Heerscharen, welche Gottes Angesicht schauen. Sie riefen: ״Jv, Jv, Gott, barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Huld und Treue, der da Huld bewahrt den Tausendsten, der Schuld, Missetat und Sünde vergibt; doch völlig ungestraft. läßt er nicht, der da die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern, an den Gliedern des dritten und vierten Geschlechts“ (Exod. 34,6 ff). Luther nennt das passend eine ״Predigt von des HErrn Namen.“ Die Art und Weise, wie sich die wirksame Gegenwart Gottes sinnlich wahrnehmbar macht, entspricht immer dem Augenblick, welchem die Erscheinung angehört. (Hofmann, Hermeneutik 51). Nur bei der größten Willkür, welche die der Gesetzgebung vorausgegangenen und die ihr nachfolgenden Gotteserscheinungen ignoriert oder als unechte, zu einer Hypothese nicht passende Elemente der Bibel streicht, ist es möglich zu sagen, Mose habe Gott zuerst u. allein alsWettergott kennen gelernt. Offenbar leugnet Prof. Kittel die keine Züge des Wettergotts tragenden Erzählungen von Theophanien, die Mose zuteil geworden. Daß er aber sogar die Überlieferung vom ״sinaitischen Blitz- und Wettergott“ nur für ״wahrscheinlich richtig“ hält, also gerade die Hauptbeweisstelle für seine Hypothese als nicht absolut sicher ausgibfc, das dürfte den Bichtern in Leipzig kaum als eine überzeugende Beweisführung erschienen sein. Welche 14*