Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Erziehnngsfragen in Ost und West. 14.6 erwarten, wie es den Ostjuden eigen ist. Sollte aber nicht wenigstens ein einziger Zug aus dem Empfindungskomplex des בטחון zu erobern sein? Auch hier scheint das Erlebnis des Weltkrieges eine Aussicht zu eröffnen. Ein großer Aufwand wurde vor dem Kriege gemacht, um den Kindern die reichlichste Pflege angedeihen zu lassen, eine Pflege, die nach dem Urteil von heute gar zu einer schädlichen Uebernährung sich verstieg, aber einen jüdischen Lehrer zu halten hat man sich versagt, die Kosten dafür wären ja unerschwinglich. Und um die Zeit wurde gegeizt, wie durfte man daran denken die Kinder mit Gemorohunterricht zu belasten, wo die Gefahr vorlag, daß sie in der Schule die Plätze der Ersten würden räumen müssen oder gar nicht in die nächst Klasse versetzt würden. Und es kam der Krieg, und der Staat d. h. die 'Mensehen stellten ihre Forderung und. es war auch'der bescheidene Aufwand erträglich und die Jünglinge wurden aut Jahre hinaus dem Erwerb entzogen uiid man fügt sich, weil man die eiserne Notwendigkeit erkennt. Ich weiß, man kann ein5wenden, das sind' außergewöhnliche Zustände, wie können wir diese Genügsamkeit und das Vertrauen, daß wenn unserem Sohne eine gesicherte Zukunft vorherbestimmt ist, ihn ein, zwei Jahre des Thorastudiums auch nicht für immer zurückbringen werden, in die Zeit des Friedens hinüberretten? Aber hier eben soll es sich bewähren, ob auch wir von der Religion nur reden oder ob wir mit unserem ganzen Herzen, mit umserer ganzen Person und unserem ganzen Vermögen für sie durch die Tat einstehen wollen. Wir sind scheinbar von unserem Thema abgeirrt. Wir wollten über die ״Erziehungsfragen in West“ reden, was für uns ja auf die Frage hinausläuft, wie steuern wir der erschrekkenden Abnahme der Thorakenntnis und sind auf die Forderung despra::geraten. Aber wir variieren auch hier nur das Motiv, das der Leser vielleicht bis zum Ueberdruß von uns hat abhandeln sehen: Nicht Organisationen, nicht Institutionen, nicht Programme und nicht Propaganda können uns helfen, wenn die Menschen sich in ihrer Lebensanschauung nicht