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Jeschurun · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · page 44

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Date
1917-02-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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108 Bilder aus Littauen. so hungrige Kindergesiehter, schauen mit kindlicher Neugier zu den Gästen auf. Ein Knirps von 10 Jahren ist an der Reihe. Der Taußfauß geht ihm fließend von den Lippen,־ er beherrscht das Thema. Der Lehrer, ein älterer Eochur, weiß auch hier schon einen Pilpul in Gang zu bringen. Noch auf der Straße klingt der Ton der lernenden, hohen Kinderstimmen im Ohre nach, sehe ich die strahlenden, hungrigen Augen vor mir. Die Oberklasse hat Mittagspause. Gehen wir mit ihnen in das ,,ökonomische Restaurant“. Ein Mittelding zwisehen Restaurant und Volksküche. Gemeinnützig betrieben. Für die Jeschiwoh ist ein besonderes Zimmer reserviert, sind die Tische gedeckt, ermäßigte Preise bewilligt. Wer von den Hörern keine Familie am Ort hat, soll täglich eine warme Mahlzeit haben. Auch der große Appetit kann den Pilpul nicht ersticken. Da gute Reden sie begleiten, fließt die ״Arbeit“ nur gar zu gut fort. Wieder hat die leitende Dame mir zu klagen: ״Der ewige Ärger mit dem Vorsteher, dem Rechnungsführer. Die angekauften Mengen reichen natürlich nie für die vorgesehenen Portionen aus: Nun sagen Sie selbst, kann ich ״Ihre“ Jeschibotnikes mit einem Teller Suppe abspeisen, können sie bis morgen mittags von y2 Pfund KartofXeln satt sein? — Vom frühesten Morgen bis in die Nacht arbeitet diese Frau, die sich im Frieden eines schweren Leidens wegen nicht genug zu schonen wußte, jetzt doppelt schonungsbedürftig, Veil ihr die gewohnte Badekur seit 3 Jahren fehlt. Ein Sohn — Jurist — gefaben, der zweite — Arzt — vermißt. Wie kann sie die Zores anders übertönen, als durch‘ ununterbrochene Arbeit. ״Gott sieht, wie sie anderen Eltern die Kinder erhält und wird ihr den geliebten Sohn erhalten und wiedergeben.“ — Außer der Arbeit — wieviel Bons, die abgegeben werden müssen, sind von den Damen selbst bezahlt! Im allgemeinen Speisesaal gibts Krach. Ein Bengel, ZeitungsVerkäufer, soviel Groschen als er verdient hat, soviel Teller Suppe verschlingt er, bis auf 6 Teller hat er’s schon gebracht — schreit eine der bedienenden jungen Damen an: ״Für׳

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