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Jeschurun · 1917-01-01 · Heft 1 (Januar 1917) · page 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 1 (Januar 1917)
Date
1917-01-01
Page
– (sequence 47)
Language
German
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Professor Kittels Obergutachten. 47 daß wir ein Empfinden davon hatten, daß es gotteslästerlich sei, so zu denken, welches Empfinden Prof. K. offenbar nicht hat. Gäbe es nun keine der Heiligkeit Gottes bei Erklärung der Stelle gerecht werdende Exegese, so dürfte es immer noch geziemender sein, zumal für einen christlichen Theologen, die Dunkelheit dieses Bibelworts zu ehren wegen der gött-, liehen Klarheiten, die sonst in der Schrift enthalten sind. Aber das Wort ist nicht dunkel. .Wir lassen einen von den christlichen Exegeten, die nicht in profaner Stimmung und zu anderen Zwecken, bei dem dürftigen Schein ihrer Studierlampe die Bibel gelesen, sondern in dem Licht, das vom Leuchter des Heiligtums ausgeht, den göttlichen Inhalt des A. T. geschaut haben, die Erklärung geben: ״In der Ver-׳ treibung der ersten Eltern aus dem Paradies offenbarte sich nicht allein die Gerechtigkeit Gottes, sondern auch seine väterliche Weisheit und Fürsorge. Der Herr sprach: ״Siehe, Adam ist geworden wie einer von uns und weiß, was gut und böse ist.“ Vor der Prüfung hatte Adam noch keine Erkenntnis des Guten und Bösen. Jetzt hatte er sie, aber ihm selbst zum Unglück und Jammer, denn sie war auf unrechtmäßige Weise erworben. Wäre er in der Prüfung bestanden, so wäre er auch so zur Erkenntnis gekommen, aber auf rechtmäßige Weise. Auf solche Art sind die heiligen Engel zur Erkenntnis des Guten und Bösen gelangt, denn sie sind in der: Prüfung treu gehlieben, während Satan und seine Engel von Gott abfielen. •Sie sind damals im Guten befestigt und zu höherer Hinsicht erhoben worden. Darum sagt der Herr im! Hinblick auf diese ihm naheT stehenden himmlischen Kreaturen, welche früher geschaffen waren als Adam: ״Adam' ist geworden wie einer von uns, so daß er weiß״ was guti und böse ist.“ Nun aber war eine zweite große Gefahr für Adam vorhanden. ,Je mehr Kräfte ein Geschöpf hat, desto mehr kann es im Guten, desto mehr kann es aber auch im Bösen leisten. Darum ist Satans! Wirksamkeit so schrecklich, weil er ein geistiges, unsterbliebes Wesen ist und von Natur hohe Geisteskräfte besitzt.'

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