Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Professor Kittels Obergutachten. 37 weilige ״Gewissen“ als Honestum ansieht, das muß honestum! sein. Für Herrn Wilson z. B. ist es honestum, daß er unermeßliches Moirdmaterial nach Europa gehen läßt; für das ״christliche“ England ist es honestum, daß es über Deutschland den Hungerkrieg verhängt und den Neutralen den Fußi auf den Nacken setzt, daß sie kein Fleisch und kein Brot und keine Baumwolle mehr zu uns hereinlassen; honestum war’s, daß dieses ״christliche“ England gleichgültig Millionen von Indern hat verhungern lassen und eine Reihe von Völkern erst ausgeraubt und dann zertreten hat; honestum ist’s, daß sie ungeheure Summen zur Unterhaltung einer Presse in der ganzen Welt sich’s kosten lassen, welche die ״sittlichgute“ Auigäbe hat, die Wahrheit zu unterdrücken und die Lüge zu verbreiten; und. last not least, ״sittlichgut“ ist’s, sogar die deutschen Missionsstationen zu zerstören und die Heiden des Evangeliums zu berauben; ein andermal wiederum ist’s ״sittlichgut“, wenn die Britische Bibelgesellschaft die Verbreitung des Evangeliums sich angelegen sein läßt1 und wenn die englische־ Regierung dazu behilflich ist, nicht sowohl aus, Interesse an der Seligkeit der Heiden, sondern weil Leute, die Röm. 13 gelernt haben und befolgen, weniger Schwierigkeiten machen als solche, die das Kapitel nicht kennen. Was hat nicht schon alles als honestum gegolten! Der weiteste Spielraum steht offen, wo das ״Es stehet geschrieben“ ausgeschaltet ist. Prof. K. vermeidet es, auch nur ein einziges Mal auf ein ״Es stehet geschrieben“ hin* zuweisen, und wenn er die Qualität Jv.’s zum -Gegenstand' seiner Untersuchung macht, so tut er1 es nicht unter Berufung auf die objektive Norm* des! Ethischen, die einem Christen,- der von den Aposteln gelernt hat, als etwas Unverrückbares feststehen sollte, sondern unter Berufung auf seine individuelle Überzeugung vom ״Sittlichguten.“ :Nicht selten wird bekanntlich mit dem Wort ״sittlich“ eigens die individuelle Überzeugung und Neigung dem Gesetz Gottes gegenüber ausgesprochen. Jv. also vor dem Richterstuhl des Herrn Prof. Kittel,