Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- Seite 703 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitgemäße Mahnungen. 703 sehen Judenheit damals, als sie in das staatsbürgerliche Leben eintrat, gerade diesem Stand in überreichem Maße zufiel, sollte doch eine Mahnung sein, auch für ihn im Gesetz den Rahmen zu zeichnen, der seiner Betätigung im Gemelndeleben gesicherte Grundlage schafft, aber auch ihre Grenzen umschreibt: Und als ein Vorzug der Verordnung sei endlich noch eine gewisse Elastizität, die ihren Bestimmungen innewohnt, anerkannt. Mit gutem Grund haben ihre Verfasser es vermieden „durch Reglementierung im Einzelnen das frisch pulsierende Leben in ein Prokrustosbett einzuzwängen und nur in großen Zügen für die grundlegenden Prinzipien die unter Berücksichtigung des Menschenmateriäls und der Verhältnisse adäquateste Ausdrucksform zu schaffen. Für das Schicksal der Verordnung und der davon Betroffenen wird das Meiste 'von den Ausführungsbestimmungen abhängen, mit deren Erlaß sie den Verwaltungschef beim Generalgouvernement Warschau (Königreich Polen) betraut. Hoffen wir, daß die aus der Not der Zeit geschaffene Gesetzgebung für die Juden Polens sich nicht nur als ein Notgesetz, sondern vermöge ein.er allen Notwendigkeiten Rechnung tragenden, die Psyche der Polnischen Judenheit verständnisvoll berücksichtigenden Anwendungspraxis sich als eine Quelle dauernden Segens für sie erweisen möge! ml Zeitgemäße Mahnungen. Von Dr. Isak Unna, Rabbiner in Mannheim. Eine angesehene Zeitung schrieb vor kurzem, daß die Geistesarmut, die infolge des Burgfriedens in der Presse über-;handnehme, bei vielen Einsichtigen wachsende Besorgnis errege. Und es herrseht in der Tat bei der Beurteilung der 45