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Jeschurun · 1916-10-01 · Heft 10 (Oktober 1916) · p. Seite 590

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 10 (Oktober 1916)
Date
1916-10-01
Page
Seite 590 (sequence 64)
Language
German
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590 D. Hoffmann’s ״Deuteronomium“ und ״wichtigste Instanzen“. dafür liefern die beiden Schöpfungsberichte und die Völkertafel gute Beweise. Die Doppelberichte existieren nur scheinbar. Wir sehen davon ab, Proben zu bringen und bitten den Leser dieses Buch mit der Bibel in der Hand zu studieren. Denn solche Bücher sind nicht zum Lesen, sondern zum eingehenden Studium bestimmt. Wer auch nur eine Schrift von Hoümann kennt — und es wird nur Wenige geben, die irgendwie Interesse für die jüdische Wissenschaft haben, die eine solche nicht kennen — für den bedarf ein neuerschienenes Werk aus seiner Feder nicht des anpreisenden Lobes. Die Schärfe der Beweisführung, die Gründlichkeit in der HerbeischafFung und Behandlung des Beweismaterials, die Klarheit der Diktion, sie sind immer gleich stark und zwingen immer wieder von Neuem Bewunderung ab. Wir enthalten uns daher jedes rühmenden Beiwortes über die Vorzüge dieser neuen Werke. Nur noch eine Bemerkung allgemeiner Art. Die biblische Wissenschaft ist in der letzten Zeit zumeist leider nur von der Protestant. Theologie gepflegt worden. Die jüd. Forscher überließen dieses Gebiet widerspruchslos den christl. Forschem, die die Bibel zum Tummelplatz der ,wüstesten Hypothesen machten. Wenn sich auch hie und da ein jüd. Forscher auf dieses Gebiet wagt, so wird er von den ״zünftigen“ Gelehrten ignoriert. Dennoch sind die Leistungen der Juden nicht zu übersehen. Die gelehrten Untersuchungen von Josef Halevv, Jacob und Jampel sind beachtenswerte Erscheinungen, an denen die Wissenschaft in der Zukunft nicht ruhig vorübergehen kann. Sie müssen berücksichtigt werden. Zu besonderer Genugtuung gereicht uns folgende Beobachtung. Das Bef ormjudeutum propagierte die Bückkehr zur Bibel und nahm für sich die wissenschaftliche Behandlung der heil. Schrift in Ansprach. Wenn wir heute diese ״wissenschaftlichen“ Leistungen einer Kritik unterziehen, so müssen wir ein vernichtendes Urteil fällen: Die meisten Schriften dieser Art — ihre Zahl ist nicht zu groß — gehen nicht über das Durchschnittsmaß hinaus und folgen sklavisch den herrsehenden Hypothesen innerhalb der Protestant. Schulen. Demgegenüber soll darauf hingewiesen werden, daß die bahnbrechenden Arbeiten D. Hoffmann’ s, mit denen wohl die Bibelkritik nach dem Zugeständnis eines ihrer hervorragenden Vertreters zu rechnen haben wird,ף aus den Vorlesungen hervorgegangen sind, die der Verf. am Rabbinerseminar gehalten hat. In Zeiten, in denen die Schriften der Nachbeter längst vergessen sein werden, werden diese Arbeiten ihren unvergänglichen Wert behalten und als Fundgrube des Wissens und der Belehrung dienen. ג) Vgl. Baentsch’s Besprechung des Lev. Kom. in Orient. Literaturzeitung Jhg. 1908. Druck von Max Schmersow, Kirchhain N.-L. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemut!!, Berlin. Verlag des Jeschurun, Berlin.

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