Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1916)
- Date
- 1916-05-01
- Page
- Seite 282 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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282 Bücherb esprechung. Wenn der Verf. auch dem Biographischen im Leben Maimunis seine Aufmerksamkeit zuwendet, so ist es ihm doch die Hauptsache, uns den Charakter und die gesegnete Wirksamkeit dieses Mannes aus dessen Schriften erkennen zu lassen. — Gerade die kleineren Schriften, die Sendschreiben, die kürzeren Bescheide, die im פאר דדור und vermehrt im קובץ enthalten sind, hat der Verf. reichlich ausgenützt; wir erkennen aus ihnen, da man sich von allüberall her an ihn um Bat und Belehrung wandte, seine große Autorität, die er besaß und die Verehrung, die man ihm zollte und aus seinen Antworten, wie tief er das Leid der verfolgten Glaubensgenossen fühlte, und wie er bereit war, trotz seiner Überbürdung mit Arbeit jedem Auskunftsuchenden seine Belehrung zuteil werden zu lassen. Willkommen ist der Einblick, den uns der Verf. in die Hauptwerke Maimunis gewinnen läßt. Besonders möchte ich die Partie über den פי׳ דבלט־ייות hervorheben, der ja das bedauerliche Geschick erfahren hat, so wenig bekannt zu sein, und der es doch verdient, besser bekannt zu werden. Ich glaube, daß die Besprechung, die der Verf. diesem פירדעו wddmet, viele Leser reizen wird, sich mit ihm bekannt zu machen. Ob manche Ausdrücke, deren sich Maimuni bedient, auf eine Gering- Schätzung der großen Menge schließen lassen, möchte ich bezweifeln. Wenn man sich vorstellt, daß Maimuni schon früh Gegner erstanden, die seine Rechtgläubigkeit in Zweifel zogen — man denke nur daran, wie man versuchte, seine Verteidigung der Scheinmuslimin als eine Selbstverteidigung zu verdächtigen — so läßt es sich verstehen, daß er, der oft von der Dummheit Gekränkte, die Masse, die blind verhetzenden Führern folgte, als solche bezeichnete, für die er nicht schreibe, und daß er nur diese meinte, nicht aber diejenige aus der Menge, die hören und lernen ,wollten, beleidigend zurückwies. Der große gelehrte Apparat, den der Verf. in den Notizen aufwendet, wird dem Fachmann reiche Anregung geben. Nur sei mir eine Bemerkung in bezug auf den von J. Brill edierten Kommentar Maimunis zum Traktat Rosch haschanah gestattet. Der Verf. bezweifelt die Echtheit dieses Kommentars, er bezeichnet ihn als ״angeblichen“ Kommentar Maimunis; doch nachdem Senior Sachs für dessen Echtheit eintritt, müßten doch erst unwiderlegliche Beweise gegen sie vorliegen, ehe man sie in Zweifel zieht. Der Tenor dieser Schrift zeugt nicht gegen die Autorschaft Maimunis, und die Vorliebe, mit welcher die astronomischen Partien bearbeitet sind, und die Versiertheit in ihnen, die an M/s דל׳ קדום חחודמז erinnert, dürfte gerade als Zeugnis für sie gelten. A. S. Druck von Max Schmersow, Kirchhain N.-L. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin. Verlag des Jeschurun, Berlin