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Jeschurun · 1916-04-01 · Heft 4 (April 1916) · p. Seite 223

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 4 (April 1916)
Date
1916-04-01
Page
Seite 223 (sequence 47)
Language
German
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Die alte Zeit. 223 seltene Schönheit, eine Anmut im Antlitz und all seinen Be-, wegungen. Er gehörte zu den Reichen der Stadt, aber im Alter büßte er sein Vermögen ein und war auf die Unterstützung seiner Kinder angewiesen. Und diese drei waren wie für einander geschaffen. Viele Jahre hindurch lernten sie zusammen bis der Bund gelöst wurde .... Der Dajan R. Naehum wurde krank und starb. Nach dem Tode R. Nachums blieben nur noch die beiden. Einen dritten Genossen fanden sie nicht. Das Lernen hörte nicht auf, doch, wie sonderbar, als hätten’s die zwei Freunde miteinander verabredet, den Kampf aufzugeben; man hörte nicht mehr den Kriegslärm . . . Nach einigen Jahren starb auch R. Menaehem. Da blieb nun R. Jeruch om allein zurück. Tagtäglich kam er des Mittags ins Beth-Hamidrasch und lernte allein an seinem Platz . . . Es war mir furchtbar schmerzlich, ihn damals anzusehen, es schien mir, als schweiften seine Augen überall umher, um seine Freunde zu suchen . . . 0, wie liebte ich diesen Mann! Sagt, was ihr wollt, ich komme immer darauf zurück: Es gibt heutzutage solche Menschen nicht mehr, und wer weiß, ob es je solche geben wird. R. Jeruchom war früher, wie ich bereits erwähnte, wohlhabend, doch zuletzt hatte er sein Vermögen verloren; aber an Ehre und Ansehen hatte er nichts eingebüßt. Das ist eben der Unterschied zwischen der alten und neuen Zeit. Die Menschen von heutzutage kennen in ihrem Leben nichts anderes als Essen und Trinken. Ihr ganzes Hasten und Jagen ist nur darauf gerichtet, Geld zusammenzuraffen. Saget mir doch bitte, was hat der Reiche von seinem Gelde? Hat denn Gott die Welt zu dem Zwecke geschaffen, daß der Mensch essen, trinken und schlafen soll. Ist das das Ziel der Schöpfung? Ein reicher Am Haarez ist in meinen Augen wie eine Zwiebelschale. Es ist so, als ob man Wein

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