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Jeschurun · 1916-02-01 · Heft 2 (Februar 1916) · p. Seite 128

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 2 (Februar 1916)
Date
1916-02-01
Page
Seite 128 (sequence 64)
Language
German
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128 Mitteilungen. II, 551) die in seinem Midrasch ha־Gadol zu II. B. Mosis 1116 י (p. 17} enthaltene, in der Tat höchst interessante Erzählung. Wenn auch nicht die Quelle dieses Midrasch, die wahrscheinlich überhaupt nicht mehr existiert, so doch den Namen des Haupthelden der Erzählung, glaube ich auf decken zu können. Jener Priester im Götzentempel zu Damaskus, mit dem sich das im Midrasch berichtete Wunder zugetragen hat, hieß אבא גולישו Da der ״große“ Midrasch aus Jemen stammt und wohl einen arabisch spreche den Juden zum Kopisten hatte, so nehme ich an, daß dieser infolge eines Hörfehlers statt עילש, dessen ע er als arab. y auf faßte, גילש bzw. כרלש schrieb (ר lies י). Der Name עילש ist uns bekannt als Name mehrerer Amoräer aus Babylonien (s. Juchasin ed. London p. 176). Namentlich ist עילש in b. Gitt. 45 a der Held einer ganz netten Geschichte, aus der man nebenbei ersieht, daß wir uns in arabischen Gegenden befinden, denn die Leute, die, wie dort berichtet wird, die Töchter des R. Nachman gefangen setzen, sind am besten als streifende Beduinenhorde zu denken. In *עדי גדברין (das) ist dies deutlich ausgesprochen: ״Adi ist unser Ehemann‘, d. i. der Beduinenhäuptling, der zufällig Adi hieß (vgl. b. A. Zara 33 a); Baschis anders lautende Erklärung erscheint gezwungen. Was das alles mit dem Namen des Priesters zu Damaskus zu tun hat? Weil gerade der Priester eines heidnischen Tempels einen Namen getragen haben wird, der in der betreffenden Gegend landesüblich war. Nun ist aber ,עלשת ,עלשי ,עלישא אלדזשא יעלהשא, ctf.aicioc, aXaaa^oc ein in phönizischen, punischen, palmyrenisehen und syrischen Inschriften häufig vorkommender Name (Lidzbar^ki, Handb. der nordsem. Epigraphik I, 341, 342; H. P Chajes, Beitr. zur nordsem. Onomatologie S. 35; Proceed. Soc. Biblical. Arch. XXI, 171; ZDMG XLII, 974), der natürlich eine bestimmte Bedeutung hat, über die ich mich für jetzt nicht äußern will. אבא wird bekanntlich auch im Talmudischen als ehrender Beiname gebraucht (vgl. אבא שאול). Aber möglich ist es, daß אבא gerade ein Tempelamt bezeichnet (wie auch im h. Tempel zu Jerusalem, S. Büchler, Priester und Cultus 32). Aus syrischer Gegend ist zu nennen Abba Judan aus Sidon (T. Ohol. XVIII, 7), vielleicht identisch mit dem in der Sage verherrlichten Abba Judam) aus der Gegend von Antiochien (j. Horaj. 48 a, Parallelstellen in meinem Artikel in Jewish Quart. Review XVII. 375), der insofern hier« her gehört, als auch er mit gespendeten Geldern zu tun hatte; gleich darauf (j. das.) wird von einer Kollekte im Lehrhaus von Tiberias erzählt, genau so, wie auch unser Held Abba Hliach hernach Verwalter von Geldern in Tiberias geworden ist. Endlich ist es auch recht begreiflich, daß in Damaskus ein Götzentempel angesetzt wird, denn diese Stadt, übrigens nicht weit von Baalbeck gelegen, war von jeher der Sitz der heidnisch-syrischen Kulte; die Hauptgottheit urar Astarte. Druck von Max Schmersow, Kirchiiain N.-L. Verantwortlicher Redakteur Dt. J. Wohlgemut!!, Berlin. Verlag des Jeschurun, Berlin.

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