Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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60 Aphorismen. Aphorismen. Von Adolf Stern, Frankfurt a. M. Tefiliin legen und Unrecht tun — die Rechte weiß nicht, was die Linke tut. — Das Tallis — das einzige Bekleidungsstück, das der Mode nicht unterworfen ist. Das Weintrinken für den Juden oft religiöse Pflicht, — und doch ist er der nüchternste der Menschen. — Das Schächten ein blutiges Handwerk, — und doch der Schächter zumeist edlen Sinnes. * Mit dem Duft des Hawdolohgewürzes entschwebt für viele jeder Hauch des Sabbathgedankens. Da sind viele Menschen, deren Katar — Unnatur. Ein Schlagwort ist ein Wort, das der Wahrheit nur zu oft ins Gesicht schlägt. Schade, daß die Gesunden nicht auch ansteckend wirken. Der Prediger auf der Kanzel beneidenswert — ihm darf niemand widersprechen. Gäbe es kein jüdisches Volk mehr, dann würde man überall jüdischen Geist, jüdische Wissenschaft und jüdische Moral lehren und pflegen. Ein Jude, der seinen Glauben verläßt, verdient keinen Glauben. Es muß täglich gefegt und gesäubert werden, unser tagliches Gebet bezweckt nichts anderes.