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Jeschurun · 1916-01-01 · Heft 1 (Januar 1916) · p. Seite 57

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 1 (Januar 1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 57 (sequence 57)
Language
German
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Die Jeschiwoth in Rußland. 5 7 Zeit zwischen 15. Schewat und Anfang Ij ar war lehrfrei für Lehrer und Schüler'1 •׳). übrigens ein sehr bemerkenswerter Umstand. Während es jetzt keine Ferien in den Jeschiwoth gibt — einige vor Jahren in dieser Richtung geäußerte Reform plane wurden von streng orthodoxer Seite als ״unjüdisch “ zuriickge wiesen — war diese ..Reform״ in freieren und natürlieberen Lebensverhältnissen eine Selbstverständlichkeit. — Der Jeschiwabesueh war gleich dem Chederunterricht allgemein und obligatorisch. Rabbi נהן> der erwähnte Verfassendes Buches יי[ סצילח, berichtet, daß die ״Jeschiwothleiter“ und die Schüler sich in der Ferienzeit auf den großen Märkten einzufinden pflegten, wohin auch die Abgesandten der ,.Yierländer-Synode״ kamen, und die Wahl einer Jeschiwa war freigestellt“. — Daraus ist zu erschein daß bloß der Ort der Jeschiwa wahlfrei war. während der Jeschiwabesueh an sich eine unerläßliche Pflicht war. der sich kein Jüngling entziehen konnte. Ein rühmliches Zeugnis für den allgemeinen Kulturzustand unseres Volkes bereits in früheren Jahrhunderten! Der Unterriehtszwang. für manche europäische Völker noch heute ein unerreichbares Ideal, galt in Israel nicht allein für die Elementarschulen, die Chadarin!, sondern auch für die höhere Bildung, denn als solche muß ja das ein hohes Maß intellektueiler Entwicklung und logischer Schulung voraussetzende Talmudstudium betrachtet werden. Unter solchen Umständen ging die biblische Verheißung כל בגיר לסידי ה״'' herrlich in Erfüllung. Rabbi גתן נטע aus Hannover, der Verfasser des genannten Werkes, berichtet, daß den talmudischen שיעורים in den Jeschiwoth außer den eigentlichen Studierenden sämtliche Talmudkundigen und alle, denen ״der Duft der Thora anhaftete״ beizuwohnen pflegten. Die Vorträge waren von einer allgemeinen Halacha-Diskussion begleitet, an der sämtliche Hörer sich beteiligten. Der ״Lamdan“ war der Normaltypus eines ״gebildeten" Juden geworden, und die Rabbiner, die am Sabbatha-ga-dal und Sabbat-tesehuwa eine öffentliche ״Pilpul“ - ג) Es ist bemerkenswert, daß auch die neuen jüdischen Schulen in Palästina die gleiche Ferien Ordnung• haben.

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