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Jeschurun · 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 54

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 12 (Dezember 1915)
Date
1915-12-01
Page
– (sequence 54)
Language
German
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582 Von den 6:3 Gesetzen. seinem bei der Aufstellung der Zahlungsregeln prinzipiell gebrauchten Ausdruck hervorgeken, der es geflissentlich vermeidet« davon zu sprechen, wie man zur talmudiscken Zeit gezählt habe, vielmehr ständig davon spricht, wie man zählen müsse bezw. nicht zählen dürfe. Das beweist m. E.. daß er die Zählung zur Konstruktion eines eigenen neuen Systems schuf, und daß er nicht der Ansicht war, seine Zählung sei die ■Rekonstruktion eines alten Systems, das einst bestanden habe und verloren gegangen sei־ 10. Zum Schluß will ich kurz die Frage untersuchen, auf welcher aggadischen Anknüpfung die Zahl 613 beruht. Meine Vermutung ist folgende: An zahlreichen Stellen des Midrasch werden die Zehngebote als die Grundlage der schriftlichen und mündlichen Lehre bezeichnet. Vgl. z. B. Sehir hascliirim rabba zu 1. 4, wo es in Anknüpfung an 5 B. M. 4, 13 heißt: .,Das sind die Zehngebote, welche die schrittliehe und mündliche Lehre umfassen‘'. Vgl. ferner Raschi zu dem auch von Maimonides nach Berachot 5 a an den Eingang des Misekne Tora gestellten Satz 2. B. M. 24, 12 ״Die 613 Gesetze sind in den Zehngeboten enthalten“. Auch Josephus und Philo betonen die Bedeutung des Dekalogs als Fundament und Ausgangspunkt für alle Gesetze. Ging doch die Schätzung der Zehngebote als Grundlage der ganzen Tora so weit, daß man darin eine Gefahr sah und es nicht für richtig hielt, die für den Tempel getroffene Anordnung sie alle Tage zu lesen, auf die Synagogen zu übertragen, weil man die Befürchtung hegte, daß die Minim d. h. die Gnostiker darin eine Stütze für ihre Behauptung erblickten, nur die Zehngebote seien von Gott am Sinai offenbart, die übrige Tora aber nicht. (Berachot 12 a, Jeruschalnii Berachot I 5, Tamid V 1). Die Zehn geböte sind meines Erachtens der Ausgangspunkt des Begriffs der 613 Gesetze, der 248 Gebote und der 365 Verbote. Die Zahl der Buchstaben1) der Zehngebote :) ,,Die früheren Schriftgelehrten wurden deshalb Soferim g־enannt. weil sie alle Buchstaben der Tora zählten“ (Kiduschin 30a).

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