Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 11 (November 1915)
- Date
- 1915-11-01
- Page
- – (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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526 Von den 613 Gesetzen. und Ermahnungen (ביללים) enthalten? Wurden also z. B. die zahlreichen auf die Einschärfung der Gesamtlehre abzielenden Sätze, wie: ״Beobachtet meine Gesetze“ (3. B. M. 1919 ל) mitgezählt? Das würde man unbedenklich verneinen, weil das ein Satz allgemeinen Inhalts ist. Wie aber stand es mit den folgenden Sätzen des gleichen Kapitels: ״Heilig sollt ihr sein“, ״Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“? (G. 206) Unter diesen beiden Sätzen ließen sich die Pflichten gegen Gott und gegen die Menschen subsumieren. Wurden sie ihrer Allgemeinheit wegen weggelassen? Wer wird das unbedenklich bejahen wollen? Wenn aber diese beiden Sätze als koordiniert neben andere ganz spezielle Einzelgesetze, denen sie übergeordnet sind, gestellt werden, dann würde eine solche Zusammen- Stellung jedes einheitlichen Prinzips entbehren. Nun kann es aber keinem Zweifel unterliegen, daß Sätze allgemeiner Art im Talmud mitgezählt wurden, denn in dem oben zitierten Ausspruch R. Hamnunas wird das erste Gebot des Dekalogs als eines der 613 Gesetze gerechnet. Gibt es aber einen allgemeineren Satz als: ״Ich bin der Herr dein Gott“? Wenn dieser als gleichgeordnet neben Einzelgesetze gestellt wird, dann geht daraus hervor, daß man auf einheitliehe Prinzipien bei der Zusammenstellung keinen Wert legte. Im Zusammenhang damit lasse ich noch einige weitero Beweise folgen, die es unwiderleglich dartun, daß im Talmud bei der Bildung des Begriffs 613 andere Grundsätze herrschten als streng logische und halachische: R. Hamnuna rechnet an der oben zitierten Talmudstelle das zweite Gebot des Dekalogs als 1. Gesetz. Halachisch sind es mehrere. Nach einem der oben zitierten Midraschim wurden die 8 Fäden und 5 Knoten der Schaufäden zu dem Zahlenwert von 600) ציציה) addiert, um 613 herauszubekommen, vom Standpunkt der Logik etwas Unverständliches, vom Standpunkt der Aggada für den, der in diesen Dingen Bescheid weiß, nichts Überraschendes. Das gleiche gilt für die oben zitierte Addierung der 2 Begriffe תורה und יראה zu deren Zahlenwert 611 613, was rechnerisch ein Vexierstück, aber aggadisch eine sinnvolle und deutungs-