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Jeschurun · 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 8-9 (August 1915)
Date
1915-08-01
Page
– (sequence 47)
Language
German
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Von den 613 Gesetzen. 387 Schwierigkeiten. Gehören nnr biblische Gesetze dazu oder auch rabbinische? Der Laie, der etwa aus dem Wortlaut des Ausspruchs R. Simlais schnell fertig schließen würde, daß das eine leicht zu beantwortende Frage sei, da doch dort nur von mosaischen Gesetzen die Rede sei, wäre sehr im Irrtum. Denn über viele gesetzliche Bestimmungen sind im Talmud Kontroversen, ob sie biblisch oder rabbinisch seien, bei anderen wiederum, ob sie als eine verpflichtende Vorschrift (חובה) oder ob sie nur als eine Erlaubnis (רשות) aufzufassen seien, so daß, wenn die strittigen Bestimmungen Gegenstand der Zählung waren, von einer einheitlichen Zählung überhaupt nicht die Rede sein konnte. Ja, das Wesen der Begriffe biblisch und rabbinisch ist an sich kein so einheitliches und unzweideutig zu definierendes, daß darüber nicht Zweifel und Meinungsverschiedenheiten entstehen könnten. Einige Talmudzitate sollen uns das deutlich machen: ״In einer Boraita heißt es: ״Das Wort des Herrn hat er verachtet“ (4. B. M. 15,31). Das bezieht sich auf den, der da sagt: Die Thora stammt nicht von Gott. Selbst wer sagt: Die ganze Thora stammt von Gott mit Ausnahme dieses Verses, den nicht Gott offenbarte, sondern den Moses von sich selbst sagte, für den gilt: ,,Das Wort des Herrn hat er verachtet.“ Selbst wer sagt: Die ganze Thora stammt von Gott mit Ausnahme dieses דקדוק (subtile Auslegung), dieses קל והמר (Schlußfolgerung), dieser גזרה שוה (Wortanalogie), für den gilt: ״Das Wort des Herrn hat er verachtet“ (Sanhedrin 99 a)1)* ״Rab, R. Chanina, R. Jonatan, Bar Kappara und R. Josua ben Lewi sagen: Die Megilla wurde dem Moses am Berge Sinai offenbart. Aber es kommt in der Schrift nicht auf die der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums herausgegebenen MaimonidesWerkes iiervorgehoben. Die neue Ausgabe von Rabb. Dr. Oh. Heller lag mir bei der Abfassung dieses Aufsatzes nicht vor. ג) Maimonides ist aus dem in der folgenden Anmerkung angegebenen Grunde genötigt, bei der Kodifikation dieser Boraitha deren Wortlaut zu verändern und statt der Worte ״mit Ausnahme dieses Dikduk, dieses Kal wochaumer, dieser Gesera schawa“ zu setzen, ״wer die überlieferte Thoraauslegung d. i. die mündliche Lehre leugnet“ (H. Tschuba 3,8).

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