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Jeschurun · 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 8-9 (August 1915)
Date
1915-08-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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386 Von den 613 Gesetzen. höchst unsystematisch dabei zu verfahren, indem er Formal und Materialprinzipien miteinander verquickte, also Obersätze und Folgerungen als gleichwertige Begriffe zusammenaddierte. Wohlgemerkt: Gewiß wäre man imstande, wenn das ganze direkte und indirekte massoretische Material verloren gegangen wäre, durch die Yereinbarung eines maßgebenden Forums eine Übereinstimmung über die Einteilung der Thora in offene und geschlossene Absätze, in Kapitel und Wochenabschnitte herbeizuführen. Aber das wäre dann nicht die alte rekonstruierte Einteilung der Massora, sondern eine neue Konstruktion. Gewiß könnte man, wenn der betreffende Traktat des Maimonides verloren gegangen wäre, den Glaubensinhalt des Judentums auf 13 Artikel bringen. Das wären dann aber nicht die Glaubensartikel des Maimonides. Diese Beispiele werden uns die ungeheuren Schwierigkeiten veranschaulichen, die es bereitet, aus dem weiten unübersehbaren Meere des Talmuds und der Midraschim von Tausenden von Vorschriften die 365 Verbote und 248 Gebote, die gemeint sind, zu eruieren, wenn nichts, aber auch nichts weiter als die Zahl angegeben ist. Eine Übereinstimmung über die Rubrizierung des gesetzliehen Gesamtinhalts des Judentums unter 613 Nummern herbeizuführen, wäre möglich. Aber die Frage, die uns zunächst interessiert, ist ja nicht: Wie kann man das Gesamtsgesetz unter 365 Verbote und 248 Gebote bringen? Sondern: Wie hat man es einst gebracht? Gewiß kann man sich über die Prinzipien und Gesichtspunkte einigen, unter denen man am besten die Gruppierung vornimmt. Aber welches waren die Prinzipien und Gesichtspunkte, nach denen man einst die Gruppierung vornahm? Schon bei der Erörterung der Vorfrage1) über den Umfang des gesetzlichen Gebietes, das gemeint ist, ergeben sich *) Die nachfolgenden Erörterungen folgen zumeist den Gesichtspunkten von Thesen und Antithesen des Maimonides und Nachmanides im Sefer hamizwot. Von der neueren Literatur über das Sefer hamizwot seien die Arbeiten von Peritz und Rosenthal im ersten Bande des von

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