Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Date
- 1915-08-01
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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Mentioned entities
- Isaiah 1× ep/1005097
- Simlai 1× ep/1007159
OCR text
Von den 613 Gesetzen. 383 schmäht, seinen Händen wehrt, Bestechung zu nehmen, sein Ohr verstopft, nicht Blutschuld zu hören, und seine Augen verschließt, um nichts Böses zu schauen (der wird auf Höhen wohnen, Felsenfesten sind seine;Burgen).“ .... Da kam Micha und brachte sie auf drei, denn es steht (Micha 6,8) geschrieben: ״Es ward dir verkündet, o Mensch, was gut ist, und was der Herr von dir fordert, Hecht tun, Liebe üben und in Demut wandeln vor deinem Gotte.“ . . . Da kam Jesaja abermals und brachte sie auf zwei, denn es heißt (Jes. 56,1): ״So spricht der Herr: Wahret das Hecht und übet Gerechtigkeit.“ Da kam Arnos und brachte sie auf eins, denn es heißt (Amos 5,4): ״So spricht der Herr zum Hause Israel: Suchet mich, so lebet ihr.“ .... Es kam Habakuk und brachte sie ebenfalls auf eins, denn es heißt (Hab. 2,4): ״Der Gerechte lebt in seinem Glauben“. Von allem Edlen und Tiefen, was die Weisheit der Lehrer Israels hervorgebracht, gehört diese Auslegung H. Simlais mit zu dem Edelsten und Tiefsten. In einem historischen Hückblick konzentriert er die zahlreichen und mannigfachen, das ganze Leben des Israeliten umspannenden Vorschriften, welche die Thora enthält, auf ihre Brennpunkte und zeigt in immer engeren Kreisen das Ziel auf, dem alle zustreben: Gott zu suchen und im Glauben an ihn zu leben. Wer etwa auf diese Konzentrierung des Gesamtinhalts der Thora fußend behauptete, daß H. Simlai irgend eines der 613 Gesetze als ungültig oder auch nur als minderwertig angesehen habe, der würde sich eines argen Mißbrauches des Ausspruches schuldig machen. Denn die Tendenz des Satzes geht dahin, den Wert der 613 Gesetze durch ihre Zusammenfassung zu unterstreichen und ins rechte Licht zu setzen, nicht ihn zu mindern. R. Simlai oder einem der anderen talmudischen Weisen, wie Hillel, H. Akiba u. a., die in ähnlicher Art den Inhalt der Gotteslehre in kurze Sätze zusammenfassen, irgend welche Reform ab sichten unterzuschieben, wäre eine Versündigung am Geiste der Wahrheit oder eine aus Unkenntnis entspringende Torheit. Der Ausspruch R. Simlais kehrt im Midrasch an vielen