Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1915)
- Date
- 1915-07-01
- Page
- – (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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340 Der neunte Ab. Aber wenn uns die schicksalsschwere Bedeutung dieses Tages niederzudrücken droht, dann wollen wir uns auch daran erinnern, daß er zugleich als ein Tag gilt, der die Saat einer großen Zukunft in sich trägt. Wie das die Alten so schön in dem Satze aussprechen, daß am Nachmittag dieses Tages, gerade in dem Zeitpunkt, da die Fackel in den Tempel geschleudert wurde, der Messias geboren wird. Das einzige Mittel, diese Hoffnung der Verwirklichung näher zu bringen, sieht der religiöse Jude in der inneren Einkehr, in der Rückkehr zu Gott. Auch der Fasttag gilt nicht so sehr der Erinnerung, wie der Buße. Der unvergleichlichen Not der Zeit aber gegenüber können wir nur dem Rate eines unserer größten Propheten folgen: ״Komm, mein Volk, geh in deine Kammer, verbirg dich einen Augenblick, bis der Sturm vorüber.4‘ J. W.!!!!!!!!!!!!!! Notiz. ״Schiffsladungen von Granaten gehen jeden Tag hinüber nach Europa, Tausende von Pferden verlassen jeden Monat die Häfen der Vereinigten Staaten. Um das Mitleid mit diesen Tieren zu beschwichtigen, sind die Damen der Gesellschaft in New-York, Boston, Philadelphia und Washington dem englischen Blauen Kreuz für verwundete Pferde beigetreten.״ (Bericht aus Washington von Dr. Friedrich Glaser im Berl. Tagebl. 44. Jahrg. No. 355.) Desgleichen ging durch die Zeitungen eine Mitteilung, daß sich in der Schweiz eine internationale Vereinigung zum Schutze der Tiere während des Weltkrieges gebildet habe. Da später diese Dinge in Vergessenheit geraten könnten, so sollen sie hier als Material auf genommen werden. Sie bilden ein würdiges Seitenstück zu der antisemitischen Bewegung für das Schächtverbot* das die Tiere — vermeintlich — zu schützen sucht, unbekümmert darum, daß sie dabei den Nebenmenschen körperlich und seelisch aufs schwerste schädigt.!! Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin. Verlag des Jeschurun, Berlin. Druck von Max Schmersow, Kirchhain L.-N.