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Jeschurun · 1915-07-01 · Heft 7 (Juli 1915) · page 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 7 (Juli 1915)
Date
1915-07-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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338 Der neunte Ab. Feinde geächtet. Ihr Tod muß den Zurückgebliebenen als sinnlos erscheinen, und die Leiden, die die gesamte jüdische Bevölkerung von den ״Freunden“, den ״Volksgenossen“ erduldet, werden darum tiefer empfunden und schwerer ertragen als von irgend einer anderen Bevölkerung in einem der kriegführenden Länder. Dazu kommt, daß die in Jahrtausenden gezüchtete Empfindsamkeit und die allen Schichten der jüdischen Bevölkerung eigene Intelligenz — ein wertvoller Schatz in guten Tagen — sie jeden physischen und seelischen Schmerz um so tiefer und schwerer empfinden läßt. Serben und Albanier haben in den letzten Jahren Furchtbares erlitten. Aber der Tod und die mannigfache Qual ficht die wenig an, die selber mit Wollust morden. Wir wollten den Leidenstag Israels nicht vorübergehen lassen, ohne der Leiden Israels zu gedenken, ohne mit einigen Worten zum Ausdruck zu bringen, daß wir משתתף בצערו של צביר sind. Jedes Eingehen auf Einzelheiten aber, jeder Versuch eines Ausblicks in die Zukunft ist nicht nur zwecklos, sondern auch zweckwidrig. Es ist — gelinde ausgedrückt — unverständlich,׳ daß unsere jüdischen Zeitungen sich dazu hergeben, die Schandtaten der russischen Soldateska gegen die jüdische Bevölkerung auszumalen, um dadurch in der neutralen Welt Stimmung gegen das russische Heer zumachen. Ganz abgesehen von den geringen Erfolg ist noch das eine zu bedenken: Was immer das Schicksal Rußlands sein wird, den größten Teil seiner Juden wird es behalten, und es wird ihnen die Verunglimpfungen heimzahlen, die es von der jüdischen Presse erfahren. Oder rechnet man auf die Hilfe derer, denen man hiermit jetzt eine Gefälligkeit erweist? Hat man die Mahnung aus den ״Sprüchen der Väter“ vergessen, daß man bei den Großen nur geduldet wird, solange sie einen brauchen: ״Sie geben sich als Freunde, solange sie von uns Nutzen ziehen, aber stehen uns nicht bei, wenn wir in Not sind“. Wollen wir noch immer nicht lernen, daß jedes Heraustreten des Juden aus den! für ihn abgegrenzten Pflichtenkreis

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