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Jeschurun · 1915-07-01 · Heft 7 (Juli 1915) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 7 (Juli 1915)
Date
1915-07-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Das Heerwesen und die Jüdische Erziehung. D 294 Unsere Ahnen sprachen zu Moses: ..Sprich Du mit uns wir wollen gerne hören und Gott soll nicht weiter sprechen, damit wir nicht sterben!״ So müßten auch unsere Zeitgenossen zu ihren Lehrern und Führern sagen*, redet Ihr mit uns. wir wollen folgen, daß Gott nicht ferner mit der mensehenmordenden Kriegsstimme zu uns rede. Eine einzige Seite, dieser nach allen Seiten gerichteten Gottesstimme, eine einzige Lehre und Mahnung aus dieser alle unsere Beziehungen und Fehler und Schwächen grell heleuchtenden Gottesflamme sei hier zum Gegenstände der Er- Örterung genommen: "Welche Gedanken wecken die Erlebnisse unserer Zeit, insbesondere ein Blick auf das Heerwesen, in uns über die Art der jüdischen Erziehung. * * 1. Kämpfen, sieh wehren, so sollte man denken, kann jeder, der die Körperkraft und die Einsicht hat. Daß das nicht zutrifft■, weiß heute jedes Kind. Das Waffentragen und die Waffe richtig anwenden, muß erlernt und lange geübt werden, wenn die Waffenträger nicht zwecklos der Gefahr ausgesetzt werden sollen. Und je besser die Einübung, je fleißiger die Ausbildung, je mehr exerziert wird, um so sicherer kann auf den Sieg gehofft: werden. Man hatte früher eine dreijährige, jetzt zweijährige Ausbildung, die für die mit höherer Schulbildung Ausgestatte־ teil auf ein Jahr beschränkt ist. Also mindestens ein volles Jahr hindurch wird Tag für Tag geübt, exerziert, und nur der Kotwendigkeit gehorchend, um der Allgemeinheit nicht zu schwere Lasten und Ausgaben aufzulegen, und den Forderungen des Erwerbslebens nachgebend, haben die Fachmänner sich der Verkürzung der Dienstzeit auf zwei und ein Jahr gefügt. Aber das steht fest, daß vollendete Übung, so daß selbst alle Kleinigkeiten des Dienstes in Fleisch und Blut übergegangen, zur Gewohnheit geworden sind, unerläßliche Forderungen für den Kampf und beste Bürgen für den Sieg sind.

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