Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1915)
- Date
- 1915-07-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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u 2. Jahrgang Juii 1915 Tammus-Ab 5675 Heft 7. Das Heerwesen und die jüdische Erziehung. Von Rabb. Dr. S. Carlebacb, Lübeck. Elf Monate schon währt der Weltenkrieg mit seinen Greueln und seinem Grausen, mit seinen Wunden und seinen Wundern; aber offenbar noch nicht lange genug, daß die Welt, daß wir, daß das Judentum seine Sprache verstanden und beherzigt hätten! Die Gottesstimme spricht aus dem Krieg; wir hören sie nicht. So wie Gott vor Jahrtausenden am Horeb aus Donner und Blitz, aus Feuer und Wolken seine Stimme hören ließ für uns und die Welt, so ertönt auch jetzt aus Feuerschlünden, aus Donnergetöse, aus zitternden Bergen, aus rauchenden Trümmern, aus brennenden Städten, aus sinkenden Burgen und Palästen sein Ruf; aber auf die Antwort, die unsere Ahnen am Berge Sinai gegeben: נעשה ונשמע; wartet die Gottesstimme bis heute vergebens. ״Gott kommt vom Süden her, der Heilige vom Berge Paran, vor ihm geht die Pest einher, und Feuerbrand geht aus in seinem Gefolge, er steht und legt seinen Maßstab an die Erde, er sieht und bringt zur Auflösung Völker, es zersplittern die Berge der Urzeit, es sinken die Hügel der Ewigkeit; Sein sind die Gänge der Welt!" Aber immer noch sprechen wir nicht, so wie es der Prophet getan: ״Ewiger, ich habe gehört Dein Aufgebot, ich fürchte mich, Ewiger, Dein Werk lasse es am Leben im Laufe der Jahre, inmitten der Jahre tue es kund, denke im Zorn des Erbarmens!“ 20